03.12.2008
Absatzprognose
Trüber Ausblick: Auch in den Wachstumsmärkten muss 2009 mit schwachen Pkw-Verkäufen gerechnet werden.

Triade 2009 unter Druck

Der durch die Finanzkrise ausgelöste wirtschaftliche Abschwung trifft im kommenden Jahr die etablierten Automärkte mit voller Wucht. Nach einer aktuellen Prognose des Center of Automotive (CoA) der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach wird in der Triade Nordamerika, Westeuropa und Japan 2009 der Fahrzeugabsatz um mindestens fünf Prozent zurückgehen. Doch auch in den Wachstumsmärkten, den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), werde sich das Absatzwachstum merklich verlangsamen oder zum Stillstand kommen, schreibt CoA-Leiter Stefan Bratzel.

Für 2008 geht der Experte von einem Einbruch der weltweiten Absatzzahlen von rund zehn Prozent aus. Im bisherigen Jahresverlauf habe sich die Umsatzrendite der global aufgestellten Konzerne im Mittel fast halbiert. "Besonders dramatische Verluste" seien auch bei der Marktkapitalisierung festzustellen. Durchschnittlich würden diese seit Beginn des Jahres 30 Prozent ausmachen. Wegen der Übernahmeaktivitäten durch Porsche könne sich allein Volkswagen von dieser Entwicklung abkoppeln.

Den Wolfsburger Autobauer sieht Bratzel ohnehin als Hauptgewinner der Finanz- und Wirtschaftskrise. Als Gründe werden die gute Positionierung in Wachstumsmärkten, das ausgewogene Modellportfolio sowie die ständigen Prozessverbesserungen bei Entwicklungs- und Produktionskosten genannt. Die Rendite werde 2008 bei über fünf Prozent liegen und – ähnlich dem bisherigen Branchenprimus Toyota – im Folgejahr nur wenig sinken. Doch auch die anderen deutschen Autokonzerne würden "in der Mehrzahl" gestärkt aus der Krise hervorgehen, so der Fachmann.

Größte Verlierer sind nach Ansicht von Bratzel die amerikanischen Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler. Sie würden ohne staatliche Hilfe das nächste Jahr nicht überleben. Für eine Sanierung seien hohe zweistellige Milliardenbeträge ebenso notwendig wie die drastische Reduzierung von Produktionskapazitäten sowie die Entwicklung eines technologisch weitgehend neuen Modellportfolios, hieß es. (rp)

Weitere Details der CoA-Prognose sind unten in der Downloadbox abrufbar.

 
 
 
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