09.12.2008
Rettungsfonds
Staatshilfe: Auch die VW-Finanzsparte hat entsprechende Anträge gestellt.

VW-Finanztöchter wollen unter Schutzschirm schlüpfen

Als erste deutsche Autobank will sich die VW-Finanzdienstleistungstochter unter den staatlichen Rettungsschirm begeben. Financial Services und die VW Bank hätten Anträge für einen staatlichen Garantierahmen gestellt, bestätigte ein Sprecher von Financial Services am Dienstag in Braunschweig. Über den Umfang wollte er keine Angaben machen.

Bei der VW-Bank geht um die Refinanzierung von Autokrediten, die auf dem Kapitalmarkt angesichts der weltweiten Finanzkrise immer schwieriger geworden ist. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hält die Anträge auf Staatsgarantien für richtig. "Die Landesregierung begrüßt die Inanspruchnahme der staatlichen Garantien für die VW-Bank durch den Bund, um Autofinanzierungen im Jahr 2009 problemlos sicherzustellen", sagte Wulff am Dienstag in Hannover. Die VW-Bank erfülle mit ihrem achtprozentigen Eigenkapital alle Voraussetzungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, sagte er.

Die VW-Tochter Finanzdienstleistungen hat bisher stets kräftig zum Konzerngewinn beigetragen. In den ersten neun Monaten 2008 erzielte sie ein operatives Ergebnis von 744 Millionen Euro - etwas weniger als im Vorjahr (747 Mio.) - bei einem Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Von Januar bis September wurden rund 1,9 Millionen Verträge im Finanzierungs-, Leasing- und Versicherungsgeschäft neu abgeschlossen. Ende September lag der Gesamtvertragsbestand 4,4 Prozent über Vorjahresstichtag. Im Bereich Kundenfinanzierung/Leasing betrug der Zuwachs 4,3 Prozent auf 4,6 Millionen Euro. Die Volkswagen Bank direct betreute 1,1 Milliarden Kundenkonten und damit sogar 21,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Autobanken halten sich Optionen offen

Neben der VW Bank hatte bereits die GMAC erklärt, Staatshilfen in Anspruch nehmen zu wollen, weitere Herstellerbanken prüfen entsprechende Optionen (wir berichteten). Die Mercedes-Benz Bank beabsichtigt derzeit nicht, Staatshilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Sprecher sagte aber am Dienstag in Stuttgart: "Wir halten uns alle Optionen offen, um gegenüber dem Wettbewerber keine Nachteile zu erhalten." Bei BMW hieß es auf Anfrage, die hauseigene Bank prüfe nach wie vor, ob staatliche Hilfen beantragt werden. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Wann sie fallen werde, sei derzeit unklar. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

15. Dezember 2008 12:11
MR.T meint:
Mal ganz im Ernst... Ich biete einen Mondeo an, schöne Ausstattung und doch immernoch mindestens 5000€ unter dem Angebot von VW (gleiches gilt auch für die Münchener oder noch mehr für den Stern!). Das Leasingangebot ist schnell ausgedruckt. Komisch nur, dass VW und Konsorten noch günstiger sind als ich! Meine Kollegen der anderen Marken bestätigen mir dann, dass es ja sowas wie "Restwerterhöhungen" etc seitens deren Herstellerbanken gibt... Hausgemachtes Problem der VW Bank etc! Also, warum diesen Leuten helfen ??? Ihr macht Mist! Also löffelt eure Suppen selber aus! Bei der Pflaume ist ja auch nicht alles Gold was glänzt und Leasing ist (meiner Meinung nach) nix! für den Händler und lohnt nur für den Kunden... Hatte sich nicht vor kurzem ein US-Hersteller aus dem Leasinggeschäft völlig zurückgezogen... war das was ??? Klar VW-So bekommt man auch seine hochgellobtemn Stückzahlen - traue nie eienr Statistik, die du nicht selbst gefälscht has (O_o) und jetzt sind ´se am rumheulen... Geht nochmal in die Schule, lernt rechnen und Moral!


11. Dezember 2008 10:16
Striker meint:
Bei allem Verständnis für die wirklich berechtigte Verärgerung meiner Vorkommentatoren sollte nicht unter den Tisch fallen, was die VW Finanztöchter hier eigentlich beantragt haben. Dabei geht es nicht darum, Kredite vom Staat zu bekommen. Vielmehr ist das Problem, dass sich die Banken untereinander nicht mehr trauen, sich deshalb gegenseitig nicht mehr mit frischem Geld versorgen. Um hier für andere, kreditgebende Banken ein attraktiver Kreditnehmer zu sein, möchte die VWFSAG von Vatter Staat so etwas wie eine Kreditversicherung haben. Eigentlich bräuchten die das ob ihrer eigenen Bonität gar nicht, aber wenn keine frischen Mittel mehr zufließen, kann auch kein Autokredit ausgegeben werden.

Trotzdem haben einige der Vorredner hier recht, die Aktionäre sollten einfach höhere Eigenmittel aufbringen, bevor nach dem Staat gerufen wird.


10. Dezember 2008 14:11
andreas adam-scharf meint:
na das ist ja wohl nicht möglich. die großen autobanken bedienen sich nun auch an der finanzspritze der regierung. diese möglichkeit sollte eigentlich mal den vielen händler gewährt werden denen durch fehlverhalten seitens der herstellen, unkalkulierbare leasingaktionen seitens der banken ( spreche hier mal die bmw kollegen an ) das wasser zum hals steht. wie sollen die aus der nummer eigentlich rauskommem. abnahmedruck der drückerkolonne ( vertreibs ad ), super leasingangebote, restwerte die am händler hängen bleiben.

Danke schön

und nun sind die banken die ersten die nach hilfe rufen, während tausende inhaber um ihre existenz kämpfen und auch die existenz ihrer mitarbeiter im kopf haben.

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