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Dudenhöffer
CO2-Steuer sinnvoller als Abwrackprämie
Die Überlegungen der Großen Koalition, den Absatz von Neuwagen mit einer Abwrackprämie anzukurbeln, bringen nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer so gut wie keine Vorteile für deutsche Hersteller. Der Professor an der Universität Duisburg-Essen erläuterte seine Meinung am Dienstag in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: Hilft die geplante Abwrackprämie wirklich der deutschen Automobilindustrie und ihren Zulieferern? Dudenhöffer: Die Abwrackprämie bringt für die Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie im Prinzip gar nichts. Vielmehr ist die Abwrackprämie ein Konjunkturprogramm für die Autowerke in Rumänien, Tschechien oder Italien, finanziert aus deutschen Steuergeldern. Bei den mit Kurzarbeit bedrohten Werken bei BMW, Mercedes, Audi oder Porsche wird die Abwrackprämie keine einzige Stunde Kurzarbeit einsparen. Bei VW, Opel und Ford in Deutschland bleibt die Wirkung ebenfalls sehr überschaubar. Die Steuern der 750.000 Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie und der Autobauer und Zulieferer in Deutschland werden damit schon kurios angelegt. Die Gewinner sind die Hersteller von preisgünstigen und kleinen Autos. Bei einem 10.000 Euro teuren Auto erhält der Käufer durch die Abwrackprämie einen Rabatt von 25 Prozent. Da kann man am ehesten einen Kaufeffekt vermuten. Aber fast 90 Prozent der Autos unter 10.000 Euro kommen von den Importeuren. Kauft jemand, der ein neun Jahre altes Auto fährt, tatsächlich einen Neuwagen eines deutschen Herstellers? Die Fahrer von neun Jahre und älteren Fahrzeugen kaufen überwiegend Gebrauchtwagen oder preisgünstige Kleinwagen. Und die kommen aus Osteuropa, Italien oder Frankreich. Etwas profitieren könnte allenfalls Ford mit dem Fiesta und Focus und VW mit Polo oder Golf und Opel mit Corsa und Astra. Aber die richtigen Gewinner sind die Dacias, Hyundais, Chevrolets, Suzukis und Fiats. Vor allem die deutschen Premiumhersteller bieten manche Modelle an, die mehr von Firmen und Vermietern gekauft werden als von Privatleuten. Könnte die Prämie dem wichtigen Flottengeschäft helfen? Im Firmengeschäft wird mit der Abwrackprämie kein einziges Auto verkauft. Also Fehlanzeige für Audi, BMW, Mercedes, Porsche. Und genau die könnten zusätzliche Nachfrage gebrauchen. Was wäre aus Ihrer Sicht sinnvoller als die Abwrackprämie ? Viel wichtiger wäre gewesen, die CO2-Steuer jetzt endlich zu bringen. Viel besser wäre, eine Abschreibungserleichterung gewesen, denn davon würden direkt die Firmenwagenbestellungen profitieren und damit die Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie. (dpa)
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(Foto: FH Gelsenkirchen)
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