Zweites Quartal: Continental zurück in der Erfolgsspur

29.07.2010 09:16 Uhr
Conti-Chef Elmar Degenhart: "Continental ist auf dem besten Weg, wie angekündigt gestärkt aus der Krise hervorzugehen."
© Foto: Mario Vedder/ ddp

Im zweiten Quartal schaffte der Autozulieferer einen Überschuss von 121 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr ist eine Umsatzsteigerung von rund 15 Prozent zum Vorjahr geplant.

Der Autozulieferer Continental profitiert von der weltweit anziehenden Autokonjunktur und hat im ersten Halbjahr mit einem operativen Ergebnis von über einer Milliarde Euro wieder das Vorkrisenniveau von 2008 erreicht. Unter dem Strich verbuchte Conti einen Gewinn von knapp 349 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr 2009 hatte noch ein Verlust von 457 Millionen Euro in der Bilanz gestanden. Nach den tiefroten Zahlen des vergangenen Jahres schaffte Conti von April bis Juni das zweite gewinnbringende Quartal in Folge mit einem Überschuss von 121 Millionen Euro.

Conti-Chef Elmar Degenhart sagte: "Continental ist auf dem besten Weg, wie angekündigt gestärkt aus der Krise hervorzugehen." Für den weiteren Jahresverlauf werde mit einer weiteren "signifikanten Steigerung" des um Abschreibungen und Sondereffekte bereinigten Ergebnisses (EBIT) gerechnet. In der ersten Jahreshälfte erreichte es einen Wert von 1,3 Milliarden Euro, nach 248,7 Millionen im Vorjahr.

Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer sagte, neben der anziehenden Autonachfrage habe der Konzern seine Profitabilität auch durch den im vergangenen Jahr eingeleiteten Umbau steigern können. "Wir haben bei einem Umsatz fast auf Vorkrisenniveau deutlich niedrigere Fixkosten." Conti hatte auf die Krise auch mit Entlassungen und Werksschließungen reagiert. Beim Umsatz will Conti im Gesamtjahr um mindestens 15 Prozent wachsen, sagte Schäfer.´

Im ersten Halbjahr hatte Conti den Konzernumsatz um fast 40 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro gesteigert. Im Gesamtjahr 2009 waren die Erlöse um 17 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro zurückgegangen. Seine hohe Verschuldung konnte Conti auf gut acht Milliarden Euro abbauen, 1,7 Milliarden weniger als vor Jahresfrist. Dazu beigetragen hat eine Kapitalerhöhung im Frühjahr. Die Schulden resultieren vor allem noch aus dem Kauf der früheren Siemens-Sparte VDO im Jahr 2007.

Conti profitiert von gutem Winterreifengeschäft

Beflügelt auch von einem guten Winterreifengeschäft steuerte vor allem die Sparte Reifen und Gummi einen guten Anteil zum Gewinn bei. Der Bereich Antriebe, Bremstechnologie, Sicherheitssysteme und Innenausstattung schrieb im ersten Halbjahr wieder schwarze Zahlen.

Im vergangenen Jahr war Conti von den Markteinbrüchen in der Autoindustrie schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. 2009 hatte Conti einen Verlust von 1,65 Milliarden Euro eingefahren. Neben dem krisenbedingten Umsatzrückgang belasteten hohe Sondereffekte die Bilanz - Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Kauf von VDO sowie Aufwendungen für Werksschließungen. Sie summierten sich auf 1,76 Milliarden Euro. (dpa)

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