Mittwoch, 23.05.2012
10.12.2009
Share |
"Sindelfingen 2020"

Daimler-Beschäftigungspakt mit Hintertür

Nach harten Verhandlungen und Protesten zehntausender Mitarbeiter steht das Zukunftskonzept für den größten Daimler-Pkw-Standort in Sindelfingen. Mit der am Donnerstag vorgestellten Vereinbarung "Sindelfingen 2020" wird trotz der Verlagerung der C-Klasse-Produktion für die nächsten zehn Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Rund 2.700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten am Standort geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa im Jahr 2014 auszugleichen. "Das ist ein guter Tag für die Beschäftigten", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. "Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten." IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann betonte: "Ohne den Druck der Belegschaft hätten Betriebsrat und IG Metall dieses Ergebnis so wahrscheinlich nicht erreicht." Das zeige, dass sich die massiven Proteste gegen den drohenden Jobabbau in Sindelfingen gelohnt haben. Die ausgehandelte Beschäftigungssicherung gilt für alle rund 37.000 Mitarbeiter am Standort. Daimler-Chef Dieter Zetsche und Personalvorstand Wilfried Porth verteidigten erneut die Neuausrichtung der meistverkauften Baureihe C-Klasse vom Jahr 2014 an als wichtige strategische Weiche im Kampf um Marktanteile. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien "das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern", erklärte Zetsche. Porth sprach von wachsendem Markt- und Kostendruck, der den Premiumhersteller zum Handeln gezwungen habe. Konkret sieht die Vereinbarung "Sindelfingen 2020" vor, neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen – für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge – als Ersatzarbeitsplätze zu schaffen. Zusätzliche Montage-Umfänge beim Einbau von Hybridantrieben oder dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen gelten als weitere Maßnahmen für Ersatzbeschäftigung. Der Standort Sindelfingen soll außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau- Karosserieteile aufgebaut werden.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ausstiegsklausel bei erneuten Konjunktureinbruch

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

Bisher noch keine Kommentare! Geben Sie doch den Ersten ab.

0 Leserbriefe

"HB ohne Filter" vom 18. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute mit den Themen: BMW-Rekorde, Fiat-Kontraste und Die Autohaus-Zukunft: Personal! MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

Professionelles Teile- und Zubehörmanagement im Autohaus

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Teile- und Zubehörlager ertragreich managen! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr