15.02.2013
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Daimler
Edzard Reuter
 

Edzard Reuter, der frühere Chef des Daimler-Benz-Konzerns, wird an diesem Samstag 85 Jahre alt.

Edzard Reuter wird 85
Von Antonia Lange, dpa

Wäre es nach ihm gegangen, würde Daimler noch heute Flugzeuge bauen: Edzard Reuter, der frühere Chef des Daimler-Benz-Konzerns, wird an diesem Samstag 85 Jahre alt. Während seiner Zeit als Vorstandschef wollte Reuter den Autokonzern in ein Technologie-Imperium verwandeln. Doch seine Vision scheiterte - und Reuter musste sich letztlich von Kritikern als "der größte Kapitalvernichter aller Zeiten" schelten lassen.

"Darüber habe ich immer gelacht", sagte er einst in einem Interview. "Es ist doch unsinnig, nur die Entwicklung des Aktienkurses in einer bestimmten Periode zum Maßstab des Erfolgs zu machen. Da ist eine längerfristige Strategie überhaupt nicht mehr möglich."

Und die hatte Reuter: Ende der 1980er Jahre hatte der Manager die Vision, aus Daimler (erst Daimler-Benz, später DaimlerChrysler, heute nur noch Daimler) einen breit angelegten Technologiekonzern zu machen. 1989 verhalf er den Stuttgartern sogar zu einer eigenen Luft- und Raumfahrttochter, der DASA. Auch AEG, Dornier und MTU gehörten zu dem Imperium, das Reuter zwar viel Aufmerksamkeit, dem Konzern allerdings Milliardenverluste einbrachte.

"Ich denke nicht gerne an die Tage nach meinem Ausscheiden zurück", räumt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa ein. An seine aktive Zeit beim Unternehmen erinnere er sich hingegen "mit großer Genugtuung."

Noch immer Mercedes

Ob er noch einen Mercedes fährt? "Aber selbstverständlich." Zu Daimler führt ihn sein Weg darin allerdings nicht. Er habe dort mittlerweile kein Büro mehr und verfolge die Entwicklung des Konzerns nun "als außenstehender Beobachter", sagt er. Daimler ist heute längst wieder im ursprünglichen Kerngeschäft mit Autos angekommen.

Reuter selbst hat heute ohnehin anderes im Kopf als Bilanzen und Vorstandssitzungen: Zusammen mit seiner Frau Helga hat er eine Stiftung gegründet, die sich für das Zusammenleben von Migranten und Deutschen einsetzt. Reuter wuchs in der Türkei auf. Das sei auch ein Grund für sein Interesse an dem Thema.

Politisches und wirtschaftliches Geschehen verfolgen

"Manchmal fällt mir dann auch noch ein, ein Buch zu schreiben", sagt der frühere Daimler-Chef. Aktuell erscheine sein neustes Werk, das sich mit Europa befasse. "Ich gebe mir Mühe, das politische und wirtschaftliche Geschehen zu verfolgen." Reuter, Sohn des legendären Berliner Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter, ist langjähriges SPD-Mitglied. An Diskussionen über zu hohe Vorstandsgehälter beteiligt sich der ehemalige Manager ebenso wie an Debatten über Stuttgart 21. Vor allem sein Interesse an dem Bahnprojekt überrascht nicht: Reuter ist zwar gebürtiger Berliner, aber seit Jahren in Stuttgart zuhause.

Seinen Geburtstag will Reuter daher ebenfalls im Ländle feiern. "Und zwar ohne jedes Brimborium, wie er betont. Obwohl er während seiner Zeit bei Daimler oft im Rampenlicht stand, ist ihm Wirbel um seine Person eigentlich eher unangenehm. «Ich bin ein großer Freund davon, dass es auch Privatheit geben muss - darauf habe ich auch in meiner beruflichen Tätigkeit Wert gelegt. (dpa)

 
 
 
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