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Smart-Chefin Annette Winkler will das Elektrofahrrad in enger Zusammenarbeit mit dem E-Bike-Hersteller Grace aus Biesenthal entwickeln.
Pedelec
Daimler holt sich E-Bike-Partner
Der Autobauer Daimler holt sich beim geplanten Einstieg in den Fahrradmarkt den E-Bike-Hersteller Grace als Partner an seine Seite. Das Elektrofahrrad der Marke Smart werde in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aus Biesenthal nördlich von Berlin entwickelt, sagte Smart-Chefin Annette Winkler der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. "Gebaut wird das Fahrrad dann bei Grace." Das Pedelec soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen, eine seriennahe Version wird auf der Messe Eurobike (31. August bis 3. September) in Friedrichshafen am Bodensee präsentiert.
Das E-Bike sei für Smart kein Merchandiseartikel, betonte Winkler. "Wir legen es insbesondere auch als Transportmittel aus, weshalb Themen wie Beladung, Taschen und Ausstattung ganz wichtig sein werden." Potenzial sieht die Managerin vor allem in Europa, Nordamerika und im Mittleren Osten. "Wir werden in unserem Händlernetz dafür auch eine Vertriebs- und Servicekompetenz aufbauen." Auch über einen Smart-Elektroroller denkt der Autobauer derzeit nach. "Beim E-Scooter ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte Winkler. "Ich gehe allerdings davon aus, dass wir uns in den nächsten zwei, drei Monaten festlegen werden und gegebenenfalls auch dieses Projekt mit einem Partner machen würden."
Der Einstieg in den Fahrrad- und möglicherweise auch Rollermarkt ist Teil der Strategie Daimlers, unter der Marke Smart vor allem in Städten verstärkt auch Dienstleistungen rund um das Auto anzubieten. "Car2Go" startete als Pilotprojekt im Oktober 2008 in Ulm, seit 2010 gibt es die Miet-Smarts auch in Austin im US-Bundesstaat Texas. Im April gingen die Schwaben dann gemeinsam mit dem Partner Europcar in Hamburg an den Start - und damit erstmals in einer Millionenstadt. Insgesamt nutzen derzeit rund 38.000 Kunden die etwa 900 Miet-Smarts in den drei Städten. Im Juni startet "Car2Go" auch im kanadischen Vancouver, Ende des Jahres in Amsterdam. "Carsharing wird für die Autobauer ein Stück des Kuchens sein und wir wollen mit Smart ein großes Stück davon abhaben", sagte Winkler.
Smart soll Daimler neue Türen öffnen - neuer Smart erst 2014
Der Smart sollte zum Kultauto für die Großstadt werden. Lange brachte er Daimler aber vor allem Ärger und Verluste. Nun soll die Marke vom Sorgenkind zum Musterknaben mit vielen Talenten werden. Einen Schub erhofft sich die Managerin zudem vom Elektro-Smart, der ab Mitte nächsten Jahres in die Autohäuser kommt. "Wir wollen im ersten vollen Jahr 2013 fünfstellig beim Absatz werden." Dabei will der Autobauer mit neuen Vertriebskonzepten einen Beitrag leisten, um Elektroautos erschwinglich zu machen. Details verrät Winkler aber noch nicht. Als Problem bleibt, dass die neuen Smart-Modelle, die einen Schub beim Absatz bringen sollen, erst 2014 in die Autohäuser kommen. Der neue Zweisitzer und der Viersitzer werden auf einer gemeinsamen Plattform mit dem Twingo des Partners Renault gebaut. "Die neuen Smarts existieren auf dem Reißbrett und als Modellbauten, aber es gibt noch keine Prototypen", sagt Winkler.
In den vergangenen beiden Jahren war der Absatz beim Smart drastisch eingebrochen. 2008 waren noch 139.000 City-Flitzer verkauft worden, im vergangenen Jahr 94.300. In den letzten Monaten hat sich die Lage zwar wieder stabilisiert, an 2008 wird Smart aber auch 2011 bei weitem nicht herankommen. "Wir erwarten in diesem Jahr 90.000 verkaufte Smarts plus x, aber ein schönes x", sagt Winkler. (dpa)
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(Foto: Smart)
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