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"Dramatischer" Ergebniseinbruch
Daimler kappt erneut Prognose
Die Krise auf den Auto- und Finanzmärkten hat den Daimler-Konzern mit voller Wucht getroffen: Der Autobauer musste seine Ziele für 2008 erneut massiv zurückfahren. Konzernchef Dieter Zetsche kündigte als Konsequenz aus dem heftigen Ergebniseinbruch im dritten Quartal einen konsequenten Sparkurs und mit Nachdruck die Entwicklung von neuen Produkten an. Trotz der Talfahrt zeigte sich der Manager am Donnerstag aber für die Zukunft zuversichtlich: "Die Substanz unseres Unternehmens ist sehr solide und ich bin zuversichtlich, dass Daimler aus der Situation gestärkt hervorgehen kann." Die Börse teilte den Optimismus nicht: Der Kurs des Dax-Konzerns rutschte zeitweise um acht Prozent ab und pendelte sich bei einem Rückgang um fünf Prozent auf rund 23 Euro ein. Im dritten Quartal sackte der Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei dem Premiumhersteller von 1,9 Milliarden im Vorjahr auf 648 Millionen Euro ab. Der Umsatz sei um sieben Prozent auf 23,8 Milliarden Euro gefallen, teilte Finanzchef Bodo Uebber mit. Der Überschuss lag bei 213 Millionen Euro. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte Daimler noch einen Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro beim Ergebnis nach Steuern verbucht. Grund dafür waren Belastungen von 2,6 Milliarden Euro durch die Beteiligung an dem defizitären US- Autohersteller Chrysler. In diesem Jahr fiel ein Fehlbetrag von 351 Millionen Euro wegen Chrysler an. Die Stuttgarter halten noch rund 20 Prozent an dem Unternehmen und wollen die Anteile in Kürze an den Finanzinvestor Cerberus verkaufen. Das Aktienpaket werde mittlerweile mit einem Wert von Null verbucht, erklärte Uebber. Wegen der massiven Probleme auf dem europäischen und amerikanischen Pkw-Markt sowie der anhaltend unsicheren Lage auf den Finanzmärkten schraubte Konzern-Chef Zetsche die Prognose für das laufende Jahr zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate deutlich zurück. Für 2008 wird nun nur noch mit einem operativen Ergebnis von mehr als sechs Milliarden Euro gerechnet. Zetsche: Situation ist dramatisch Die Situation sei dramatisch, betonte Zetsche. Es habe abrupte Nachfragerückgänge im Pkw-Geschäft gegeben. Sollte sich die Lage nicht bessern, sei eine weitere Drosselung der Produktion nicht ausgeschlossen. Bislang soll der Ausstoß bis zum Jahresende um 45.000 Fahrzeuge gesenkt werden. Eine Erholung der Märkte ist nach Einschätzung des Managers aber derzeit nicht in Sicht. "Was wir jetzt angesichts der aktuellen Situation vor allem brauchen, ist die richtige Mischung aus Kampfgeist und Durchhaltevermögen", schrieb Zetsche in einem Brief an die Belegschaft.
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(Foto: Michael Latz/ddp)
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