Mittwoch, 23.05.2012
30.04.2008
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Überraschender Wiedereinstieg

Daimler kauft Tognum-Anteile

Überraschender Wiedereinstieg des Autobauers Daimler beim Dieselmotorenhersteller Tognum/MTU: Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Ausstieg will die Daimler AG für 585 Millionen Euro den 22,3 prozentigen Anteil des schwedischen Finanzinvestors EQT an Tognum in Friedrichshafen mit der Hauptmarke MTU kaufen. Daimler werde damit größter Einzelaktionär bei der früheren Tochtergesellschaft, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. DaimlerChrysler hatte sich erst Ende 2005 von dem Großmotorenbauer getrennt und ihn für 1,5 Milliarden Euro an EQT verkauft. EQT hatte das Unternehmen am 2. Juli 2007 an die Börse gebracht, wo es im MDax notiert wird. EQT habe nun das Anteilspaket von seither 22,3 Prozent veräußern wollen. Daimler habe sich zudem die Möglichkeit gesichert, knapp ein Prozent der Tognum-Anteile zu erwerben, hieß es in der Mitteilung. Angestrebt werde kurz- bis mittelfristig eine Sperrminorität. Mit der Beteiligung bestehe Anrecht auf zwei Sitze im Aufsichtsrat. Daimler begründete sein erneutes Engagement bei dem führenden Anbieter von Dieselmotoren für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie Anlagen zur Energieerzeugung mit der langfristigen Sicherung der Lieferbeziehungen sowie der hohen Rentabilität. Tognum habe sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Unternehmen "mit einer überdurchschnittlichen operativen Marge" entwickelt. Die Transaktion soll nach Erhalt der kartellrechtlichen und behördlichen Genehmigung spätestens im dritten Quartal vollzogen sein. Die traditionell engen Geschäftsbeziehungen waren auch nach Daimlers Trennung von Tognum bestehen geblieben. Tognum hat demnach jährlich Motoren im Wert von über 300 Millionen Euro von Daimler bezogen. Weitere 160 Millionen Euro kamen durch die Lieferung eigener Gelenkwellen an Daimler hinzu. Unter EQT-Regie hat Tognum einen rasanten Expansionskurs eingeschlagen. DaimlerChrysler hatte seinerzeit wegen anderer Prioritäten die Investitionen dafür gescheut. Nach dem Abschied von der defizitären US-Tochter Chrysler hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche jedoch bereits angedeutet, dass die prall gefüllten Unternehmenskassen nun wieder Zukäufe zuließen. (dpa)

 
 
 
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