Donnerstag, 24.05.2012
25.10.2007
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Daimler: Teure Trennung

Der US-Autobauer Chrysler hat Daimler zum Abschied noch einen Milliardenverlust eingehandelt. Der Konzern verbuchte im dritten Quartal wegen der Trennungskosten ein tiefrotes Minus von 1,5 Mrd. Euro, wie das Stuttgarter Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr hatte der Autobauer noch einen Nettogewinn von 868 Mio. Euro erzielt. Insgesamt fielen durch das Ende der transatlantischen Autoehe Belastungen in Höhe von 2,6 Mrd. Euro im dritten Quartal an. Nach ersten Berechnungen hatte der Konzern noch mit rund drei Mrd. Euro gerechnet. Glänzen konnte die Mercedes-Gruppe mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen, der um 57 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro stieg. Die Börse reagierte auf die Zahlen mit einem Anstieg der Daimler-Aktien von vier Prozent auf 77,31 Euro.

 
 

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Konzerns verbesserte sich im dritten Quartal im Jahresvergleich um vier Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 25,7 Mrd. Euro. Der Absatz legte um vier Prozent auf 537.000 Fahrzeuge zu. Für das gesamte Jahr bestätigte der Autohersteller seinen Ausblick: Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern sollen mindestens 8,5 Mrd. (Vorjahr: 5,0 Mrd.) Euro eingefahren werden.

Der Gesamtumsatz und -absatz werden auf Vorjahresniveau erwartet: Bei den Erlösen peilt der verschlankte Konzern 99 Mrd. Euro an, der Absatz soll 2,1 Mio. Fahrzeuge betragen. Eine Prognose zum Nettoergebnis wurde nicht gemacht. Insgesamt wird die Scheidung von Chrysler in den Büchern des schwäbischen Unternehmens nach Berechnungen von Finanzchef Bodo Uebber einen Nettoverlust 2,5 Mrd. Euro ausmachen.

Mercedes ohne Fehl und Tadel

Die Spartenergebnisse fielen zwar sehr unterschiedlich aus, lagen aber alle über den Schätzungen von Analysten. Im Gegensatz zur positiv herausragenden Mercedes-Gruppe (Mercedes, Smart, Maybach) sank das operative Ergebnis im Konzernbereich Daimler Trucks mit seinen fünf Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star, Sterling und Fuso. Wegen der schleppenden Nachfrage in den USA und Japan kam es zu einem Rückgang um 15 Prozent auf 480 Mio. Euro.

Das operative Ergebnis bei den Finanzdienstleistungen sank kräftig um 61 Prozent auf 87 Mio. Euro. Als Grund wurde vor allem der Aufbau einer eigenständigen Organisation im amerikanischen Raum nach der Chrysler-Trennung genannt. Im Segment mit Bussen und Vans lag der Rückgang bei sechs Prozent auf 319 Mio. Euro. Die Abwärtsentwicklung sei u.a. wegen eines geringeren Ergebnisbeitrags des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS zu Stande gekommen, bei dem Daimler Großaktionär ist. Die Zahl der Beschäftigten ging konzernweit um zwei Prozent auf 271.961 zurück. (dpa)

 
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