Kooperation: Daimler will das "Elektroauto für alle"

15.12.2008 15:08 Uhr
Chefsache: Dieter Zetsche (re.) und Werner Müller wollen die Produktion von Lithium-Ionen-Zellen forcieren.
© Foto: UnitedPictures

Der Stuttgarter Autobauer und der Industriekonzern Evonik wollen Hochleistungsbatterien in Massenfertigung herstellen. Ziel ist es, Elektrofahrzeuge "alltagstauglich, sicher und bezahlbar" zu machen.

Daimler und der Industriekonzern Evonik bauen zusammen Hochleistungsbatterien für Elektroautos in Massenfertigung. Eine entsprechende strategische Allianz gründeten die Unternehmen am Montag in Düsseldorf. Daimler plane Investitionen "im niedrigen dreistelligen Millionenbereich", sagte Daimlerchef Dieter Zetsche. 2010 werde der erste Mercedes mit einer der Lithium- Ionen-Batterien neuer Generation angeboten. Die Fertigung soll beim Unternehmen Li-Tec in Kamenz (Sachsen) anlaufen, an dem Evonik die Mehrheit hält. Daimler will dort mit einer Minderheitsbeteiligung einsteigen. Die leistungsfähige Technik ermögliche Elektroautos für alle, "alltagstauglich, sicher, bezahlbar", versprach Evonik-Chef Werner Müller. Nach Schätzung der Bundesregierung und der Automobilindustrie werden bis 2020 bereits eine Million Elektro-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Der Evonik-Ableger Li-Tec ist bei der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien nach Einschätzung Zetsches weltweit führend. Die Batterien sind laut Evonik zweieinhalb mal so stark wie gängige Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) und dank einer mit Nanoteilchen beschichteten Folie deutlich brandsicherer. Marktvolumen bis 2025: zehn Milliarden Euro Das Chemieunternehmen schätzt das Marktvolumen auf zehn Milliarden Euro bis 2025. Die Technik könne auch außerhalb des Autobaus für große Haushaltsgeräte oder die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt werden, sagte Müller. Es gebe Gespräche mit Bundes- und Landesregierungen über die Förderung der Forschungs- und Industrieansiedelungsvorhaben. Bei Li-Tec in Kamenz soll sich die Zahl der Beschäftigten von jetzt 100 bis zum Jahr 2016 verzehnfachen. (dpa)

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KOMMENTARE

CKleinebrahm

16.12.2008 - 10:50 Uhr

Glückwunsch für diese wegweisende Entscheidung des Doktor Z sein Unternehmen, respektive die Modellpalette fit für die Zukunft zu machen. Wenn man den Artikel so liest, dann könnte man meinen, dass die E-Technik ganz plötzlich und klammheimlich marktreif geworden ist. Hieß es nicht bis vor Kurzem noch, dass es keine geeigneten Akkus gibt, die den Nutzungsansprüchen der verwöhnten Autofahrer entsprechen? Und nun, wo nicht nur die aktuelle Absatzkrise zu einer nachhaltigen Modellpolitik zwingt, kann ein Daimler innerhalb von knapp mehr als einem Jahr ein serienreifes Fahrzeug auf die Straße stellen? Das klingt doch wirklich so, als wenn die Pläne für alternative Antriebstechniken, wie von vielen schon oft spekuliert, schon lange in der Schublade liegen und nun gezwungenermaßen entstaubt werden. Anders kann ich mir einen so schnellen Entwicklungsschritt einer Daimler AG nicht erklären, die bis heute nach meinem Wissen nicht einmal Systeme zur Energierückgewinnung bspw. beim Bremsen ala BMW anbietet. Ich bin sehr gespannt, ob Herr Zetsche diesen optimistischen Plan realisieren kann. Ich würde es ihm, der Branche und der Umwelt sehr wünschen. Wobei ich zu guter letzt im Bezug auf die Umwelt noch anmerken möchte, dass Strom nicht unbedingt aus der Steckdose kommt, ebensowenig wie Wasserstoff für Brennstoffmotoren einfach so aus der Luft absorbiert werden kann. CK


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