DaimlerChrysler-Scheidung: Vertrieb der US-Marken soll bei der DCVD bleiben

06.06.2007 18:17 Uhr
Der DCVD-Vertrieb wird nun offenbar doch nicht so umgekrempelt, wie erwartet.

"Von der Trennung wird der Kunde gar nichts und der Händler kaum etwas mitbekommen" / Händlernetz soll wachsen

Die Chrysler Deutschland GmbH soll unter dem Dach der DaimlerChrysler Vertriebsorganisation Deutschland (DCVD) bleiben. Entsprechende Medienberichte bestätigte heute der Leiter der Produkt- und Vertriebskommunikation der US-Marken, Markus Hauf, gegenüber AUTOHAUS Online. Damit sei gesichert, dass von der bevorstehenden Trennung der beiden Konzerne "der Kunde gar nichts und der Händler kaum" etwas mitbekomme, sagte Hauf. Zweifel, ob die weitere Koexistenz unter einem Dach auch nach einer Namensänderung der DCVD wirklich so einfach möglich sei, ließ Hauf dabei nicht aufkommen. "Wir werden künftig die Vorteile einer schlanken Importeursstruktur mit denen eines starken Verwaltungsapparates kombinieren können", erklärte er. Anders als in anderen europäischen Ländern wie Italien, wo es keine eigene Chrysler-Gesellschaft gebe, könne die Trennung hierzulande organisatorisch viel leichter bewerkstelligt werden. Ob das angesprochene Backoffice in Berlin tatsächlich weiter mit dem gleichen Herzblut für die US-Marken agieren wird, bleibt allerdings offen. Wie sich der Eigentümerwechsel bei Chrysler Deutschland auf die Arbeitsverträge der betroffenen DCVD-Mitarbeiter auswirken werde, konnte Hauf noch nicht sagen. Dagegen gebe es bei den Händlerverträgen kein Anpassungsbedarf, da diese mit der Chrysler Deutschland GmbH abgeschlossen wurden. Laut Hauf ist auch im administrativen Bereich bei der Händlerschaft kaum eine Änderung notwendig. So seien Fahrzeugbestell- und Buchhaltungssysteme schon immer streng von der Mercedes Car Group getrennt gewesen. Hauf bestätigte ebenfalls, dass die Zahl der Vertriebsstandorte von derzeit 170 auf 200 ausgebaut werden soll. Die Befürchtung, dass das Netz durch abwandernde Mercedes-Händler zunächst einmal schrumpfen könnte, wollte der Markensprecher nicht teilen. "Jeder, der mit den Marken gute Geschäfte gemacht hat, wird sicherlich weiter dabei bleiben." Laut KBA mussten Chrysler, Jeep und Dodge im Mai zwar ein Minus von knapp sieben Prozent hinnehmen, kumuliert steht aber ein Plus von 25 Prozent zu Buche. Ehemaliger Vertriebsnetzverantwortlicher hat Zweifel Der ehemalige Vertriebsnetzverantwortliche der DCVD, Walter Missing, ist da weniger optimistisch. In einem ausführlichen Beitrag zur DaimlerChrysler-Scheidung in der am Montag erscheinenden AUTOHAUS-Ausgabe schreibt Missing, dass ein Großteil der Mercedes-Partner den Chrysler-Vertrag "in Nibelungentreue zur DCVD oder nach Anordnung unterschrieben" haben. Mehr dazu lesen Sie in AUTOHAUS 11. (ng)

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