VW-Mitbestimmungsstreit: Der Ton wird rauer

27.02.2008 14:30 Uhr
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sieht sich trotz fliegender Fetzen mit VW "bereits kurz vor dem Standesamt".
© Foto: Porsche

Im Mitbestimmungsstreit zwischen Porsche und VW wird der Ton immer rauer. Nach der neuerlichen scharfen Kritik von VW-Betriebsratschef am Sportwagenhersteller hat nun deren oberster Arbeitnehmervertreter zurückgeschossen: "Osterloh soll sich nicht zu Themen äußern, zu denen er nichts zu sagen hat."

Im Mitbestimmungsstreit zwischen Porsche und VW wird der Ton immer rauer. "Ich werde Bernd Osterloh persönlich sagen, dass er diese Attacken unterlassen soll, weil er sonst das gesamte Projekt in eine Schieflage bringt", sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück am Mittwoch in Stuttgart. "Ich verurteile das auf das Schärfste. Wir werden das nicht mehr so hinnehmen." VW-Betriebsratschef Osterloh hatte Großaktionär Porsche am Dienstag zum wiederholten Mal heftig attackiert und von einer "feindlichen Übernahme" gesprochen (wir berichteten). Der Stuttgarter Sportwagenbauer hält derzeit knapp 31 Prozent an dem Wolfsburger Konzern. Zwischen dem VW-Betriebsrat und Porsche tobt seit Monaten ein heftiger Konflikt über die Mitbestimmung in der neuen Porsche Holding. Man sei nun "ganz nah dran" an einer Einigung, betonte Hück. "Wir sind schon beim Standesamt und müssen uns nur noch das Ja-Wort geben. Wir streiten nur noch über das Hochzeitskleid." Seinem Wolfsburger Kollegen liege bereits ein Konzept vor, das eine Stimmengewichtung der Betriebsräte zugunsten von VW vorsehe. "Seit drei Wochen warte ich auf eine Rückmeldung von VW." Warum trotzdem die Attacken aus Wolfsburg kommen, wisse er nicht. Hück versicherte, dass er in dem Konflikt weiter gesprächsbereit sei und keine gerichtliche Auseinandersetzung wolle. Sollten sich beide Seiten aber nicht einigen, wird das Stuttgarter Arbeitsgericht am 29. April über eine Klage des VW-Betriebsrats gegen die Vereinbarung entscheiden. Der Porsche-Betriebsratschef wies die Forderung von Osterloh nach einem neuen Namen für die Holding strikt zurück. "Osterloh soll sich nicht zu Themen äußern, zu denen er nichts zu sagen hat. Wir lassen uns von keinem einreden, wie unsere Holding heißt." Der VW- Betriebsratschef hatte gefordert, der Name solle "Volkswagen und Porsche Automobilholding SE" und nicht "Porsche Automobilholding SE" lauten. Osterloh hatte sich zudem dafür ausgesprochen, den Sitz der neuen Gesellschaft nach Niedersachsen zu legen. (dpa)

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