Die Sorge vor einer deutschen Benachteiligung durch die EU-Klimaschutzvorgaben für Autos ist aus Sicht von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso unbegründet. "Ich bin sehr zuversichtlich hinsichtlich der Zukunft der deutschen Autoindustrie", sagte Barroso am Montag in Hannover nach einem Treffen mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Die in der Technologie und Innovation führende deutsche Autoindustrie werde von den Regelungen profitieren, die im übrigen alle Autobauer gleichermaßen träfen, betonte Barroso. Er setze auf einen Kompromiss im Streit um die ins Auge gefassten Beschränkungen. Bei dem Treffen vor Eröffnung der Computermesse "CeBIT" hatte Wulff bei Barroso für eine Berücksichtigung deutscher Interessen bei den Klimavorgaben geworben. Es gelte nicht, die Abgasbegrenzungen in Frage zu stellen, sondern drohende Strafzahlungen zeitlich nach hinten zu verschieben, erklärte Wulff. Die EU wolle eine ökologischere Wirtschaft, ohne dass dabei die Industrie auf der Strecke bleibe, sagte Barroso. "Ich glaube, das ist ein fairer Vorschlag", meinte er zu den Abgasbeschränkungen. Dass diese auf unterschiedliche Resonanz stießen, verstehe er. "Es ist schwierig, gleichzeitig die Unterstützung von Porsche und Greenpeace zu haben." Wenn Europa eine führende Rolle im Klimaschutz übernehmen und Länder wie die USA und China überzeugen wolle, müsse es selber glaubwürdig sein und ein Beispiel geben. (dpa)
Barroso besänftigt: Deutsche Autoindustrie profitiert von Klimaschutzvorgaben
EU-Kommissionspräsident Barroso setzt auf einen Kompromiss im Streit um die ins Auge gefassten Beschränkungen. "Es ist schwierig, gleichzeitig die Unterstützung von Porsche und Greenpeace zu haben", sagte er heute in Hannover.