09.09.2010
Studie
Deutsche fahren wieder auf leistungsstarke Autos ab
Deutschlands Autokäufer haben ihre Vorliebe für PS-starke Fahrzeuge wiedergefunden. Von Januar bis Juli 2010 sind in Deutschland Neuwagen mit im Schnitt 129,8 PS unter der Haube gekauft worden. Das geht aus einer Studie des Center Automotive Research (CAR) von Ferdinand Dudenhöffer hervor. Im Vorjahr, als die Abwrackprämie zu einem Boom bei Kleinwagen führte, sank die durchschnittliche PS-Zahl – erstmals seit 15 Jahren – auf 118 PS (2008: 131,1 PS).
"Der PS-Knick im letzten Jahr durch die vielen Klein- und Kompaktwagenverkäufe ist ausgebügelt", erklärte Dudenhöffer. Der Weg, geringeren CO2-Ausstoß mit weniger PS zu erreichen, sei bei Deutschlands Autokäufern nicht beliebt.
Verglichen mit anderen großen Automärkten Westeuropas erscheint die Vorliebe der Deutschen für Kraftprotze besonders groß. Im EU-15-Durchschnitt geht ein Neuwagen laut Studie mit 111 PS zum Kunden. In Deutschland kauft man also 17 Prozent stärkere Motorisierung als der Durchschnittseuropäer. Noch mehr PS kaufen die Schweden (141) oder die Schweizer (143).
In Frankreich geht der durchschnittliche Neuwagen demgegenüber mit 100 PS auf die Straße, in Italien mit gerade einmal 98 PS. Die Autobauer aus diesen Ländern wie Peugeot, Renault oder Fiat tummeln sich hauptsächlich im Klein- und Kompaktwagensegment. (dpa)
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(Foto: BMW)
14. September 2010 14:11
Stefan O. meint:
Wenn der EU- Durchschnitt bei 111 PS liegt, ist es ja wohl vollkommener Blödsinn , bei einem Durchschnitt von 129,8 PS von "Kraftprotzen" zu sprechen. Was soll diese Statistik aussagen? Doch nur, daß in vielen Ländern zu einem höheren Anteil kleinere Autos gefahren werden als in Deutschland... und die haben nun mal weniger PS. Abgesehen davon sind 100 PS heute gar nichts. Selbst ein Kompaktwagen ist damit eine Wanderdüne.
10. September 2010 17:26
Henry1 meint:
Nachtrag:
E. Kühlwetter schreibt:
"Im übrigen ist dieses Beispiel prädestiniert für die Art des heutigen Journalismus. Jede Verlautbarung an die Medien wird meistens ohne Eigenrecherche kommentarlos in die Online-Portale gestellt."
Somit hat ein Prof.Dudenhöffer ein leichtes Spiel sein Institut kostenlos zu bewerben. Leider auch die Kritik an seinem Institut fruchtet auch nicht und das Geld wird ihm mit Schubkarren zugeschoben.
Vielleicht gründe ich auch mal ein Institut und muss nicht mehr mein Geld mit Automobilvertrieb verdienen.
10. September 2010 13:17
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
@Henry1,
Völlig korrekt, man kann solche Studien nicht als Grundlage von Handlungsanleitungen benutzen. Wenn Prof. Dudenhöffer die Details offenlegt, ergibt sich ein überproportinonaler Anteil an leistunsstarken Motoren bei den Zulassungen im Herstellerumfeld, bei den Niederlassungen und bei Promotionfahrzeugen. Nehmen sie mal das Rahmenabkommen von Audi mit Bayern München. Die bekommen gesponserte Autos mit PS-starken Motoren. Die Behauptung, Deutschlands Autokäufer haben die Vorliebe für PS-starke Autos wiedergefunden ist schlichtweg falsch.
Ein Schüler der 4. Grundschulklasse versteht, wenn wie dieses Jahr über eine Mio. Autos weniger als 2009 zugelassen werden, der Verlust
nahezu gänzlich zu Lasten von Privatautos mit wenig PS geht,steigt automatisch die durchschnittliche PS-Leistung der diesjährigen Neuzulassungen. Und zwar überdurchschnittlich. Weil eben im Gewerbekundenbereich, der 2010 stabil bleibt, schon immer die PS-Leistung der Neuzulassungen über dem Durchschnitt lag.
Im übrigen ist dieses Beispiel prädestiniert für die Art des heutigen Journalismus. Jede Verlautbarung an die Medien wird meistens ohne Eigenrecherche kommentarlos in die Online-Portale gestellt. Der Absender färbt die Meldungen so wie es ihm beliebt. Die Leser müssen schon ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen. Die richtigen ziehen dann oft nur noch die wirklich Informierten.Nicht einmal mehr die Experten, als solcher Prof. Dudenhöffer bei den Medien ja immer noch
angesehen wird. Man sollte es mit Churchill halten: "Traue keiner Statistik, welche du nicht selbst gefälscht hast."
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