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Russland
Deutsche Hersteller wachsen schneller als der Markt
Die deutschen Autobauer erwarten in diesem Jahr auf dem boomenden Automarkt Russland ein enormes Wachstum. Während der Gesamtmarkt 2008 voraussichtlich um ein Viertel auf 3,1 Millionen Fahrzeuge steige, werde der Absatz deutscher Pkw-Modelle um rund ein Drittel auf 465.000 Autos zunehmen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag anlässlich der Automesse in Moskau mit. Seit 2004 hätten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil auf dem russischen Markt nahezu verdreifacht. Allerdings liegen die deutschen Autobauer, etwa VW, noch hinter der ausländischen Konkurrenz vor allem aus den USA und Asien zurück. Jeder siebte Neuwagen, der derzeit in Russland zugelassen werde, komme von einer deutschen Konzernmarke, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Auch in den kommenden Jahren sei mit einem hohen Wachstum zu rechnen. Im Oberklasse-Segment seien die deutschen Marken Mercedes-Benz, BMW und Audi mit einem Anteil von 60 Prozent klar führend. Die Motorisierung der breiten Bevölkerung habe gerade erst begonnen. Während in Deutschland mehr als 500 Autos auf 1.000 Einwohner kämen, seien es in Russland nur 200. Die Erneuerung des Pkw-Bestands werde auch dadurch unterstützt, dass die russische Regierung die Einführung strengerer Abgasnormen beschlossen habe. Rückstand im Massenmarkt Im Massenmarkt hinkt der deutsche Branchenprimus VW mit einem Marktanteil von derzeit knapp vier Prozent konzernweit noch der Konkurrenz aus den USA und Asien hinterher. VW plant in den kommenden Jahren aber ein starkes Wachstum in Russland und erwägt eine Erweiterung seines Werks. Konzern-Vertriebschef Detlef Wittig sagte in Moskau, in ein bis zwei Jahren werde in dem Werk in Kaluga südwestlich von Moskau die volle Produktionskapazität von rund 150.000 Autos pro Jahr erreicht. Angesichts der rasant steigenden Nachfrage in Russland müsse VW überlegen, die Fabrik in Kaluga zu erweitern. Wittig bekräftigte, der VW-Konzern wolle in den kommenden Jahren in Russland Marktführer werden. Dazu sei ein Marktanteil von mehr als zehn Prozent notwendig. Bisher erreicht VW einen Anteil von knapp vier Prozent. Nach einem Konzernabsatz in Russland von rund 80.000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr will VW im laufenden Jahr rund 145.000 Autos an Kunden ausliefern. Dabei sollen rund 66.000 Autos aus dem Werk in Kaluga kommen, der Rest wird importiert. 2009 oder 2010 sollen rund 200.000 Wagen in Russland verkauft werden, ein oder zwei Jahre später dann 250.000 bis 300.000 Fahrzeuge. (dpa)
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