Deutsche Hersteller zeigen schwachem US-Markt die Rücklichter

03.05.2006 12:19 Uhr
Die deutschen Autohersteller ließen im April in den USA ihre Muskeln spielen.

VW, BMW und Mercedes wachsen im April zweistellig / Toyota überholt erstmals DaimlerChrysler

Die deutschen Autobauer fuhren im April in den USA gegen den allgemeinen Markttrend auf der Überholspur. Nach einer Serie teils drastischer Absatzrückgänge verkaufte Volkswagen im vergangenen Monat 11,2 Prozent mehr Autos (20.528) als im April 2005. Seit Jahresbeginn erhöhte sich der Absatz damit um 20,4 Prozent auf 73.824 Einheiten. Vor allem Jetta, Passat und der neuen GTI fanden vermehrt US-Käufer. Bei Phaeton und Touareg gab es aber weiter kräftige Einbußen. Die Konzerntochter Audi steigerte den April-Absatz um 2,9 Prozent auf 7.412 Autos, wobei die Nachfrage nach den Modellen A3 und A4 am größten war. Die Ingolstädter brachten von Januar bis April 25.296 Autos in den US-Markt – ein Plus von 5,2 Prozent. Der bayerische Premiumrivale BMW hat einschließlich der Kleinwagenmarke Mini im April insgesamt 28.563 Autos in den Vereinigten Staaten ausgeliefert. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Absatz der Kernmarke kletterte dabei um 20 Prozent auf 25.250 Stück. Bei Geländewagen wuchs der Absatz um zwölf Prozent auf 6.823 Autos. Dagegen sackten die Mini-Verkäufe im April um 23 Prozent auf 3.313 Einheiten ab. Auch Porsche glänzte weiter im US-Markt. Der Absatz stieg im April um 9,3 Prozent auf 3.614 Fahrzeuge und erreichte den höchsten Monatswert in der Unternehmensgeschichte, hieß es in Stuttgart. Das Wachstum in den USA und Kanada wurde weiterhin von den Sportwagen getragen: Der 911 legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22 Prozent auf 1.328 Autos zu, von der Boxster/Cayman-Baureihe wurden 1.288 verkauft – ein Plus von 26 Prozent. Der Cayenne musste indessen erneut einen Rückgang um 14 Prozent auf 983 Fahrzeuge hinnehmen. Porsche hat in Übersee seit Jahresbeginn 9.117 Autos (plus 26 Prozent) ausgeliefert. Toyota überflügelt erstmals DaimlerChrysler Bei DaimlerChrysler glänzte im vergangenen Monat in den USA nur Mercedes-Benz. Die Stuttgarter Premiummarke verbuchte dank der erfolgreichen S-Klasse einen Absatzrekord von 13 Prozent auf 21.270 Autos. Insgesamt rutschte der deutsch-amerikanische Konzern ins Minus: 211.365 verkaufte Fahrzeuge bedeuteten einen Rückgang von sechs Prozent gegenüber April 2005. Vor allem die Chrysler Group (Chrysler, Jeep, Dodge) brachte mit 190.095 Einheiten (minus acht Prozent) deutlich weniger Fahrzeuge an die Kunden. Die Quittung folgte prompt: Toyota konnte im April einschließlich seiner Luxusmarke Lexus erstmals mehr Wagen in den USA absetzen als DaimlerChrysler. Damit ist der japanische Autobauer in das Spitzentrio der "Großen Drei" nach General Motors und Ford aufgerückt. Toyota lieferte insgesamt 219.965 Autos aus. Das waren 8,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Absatz von Toyota-Modellen stieg dabei um zehn Prozent auf 195.286 Stück, während Lexus einen Verkaufsrückgang von 1,7 Prozent auf 24.679 Einheiten verzeichnete. Bei General Motors sank der April-Absatz im heimischen Markt um 7,1 Prozent auf 345.404 Autos und bei Ford inklusive der Marken Jaguar, Land Rover und Volvo um 6,6 Prozent auf 262.722 Stück. Insgesamt ging der US-Absatz aller in- und ausländischen Anbieter im April gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent auf 1,45 Mio. Einheiten zurück. Vor allem bei großen Geländewagen und Pick-ups gab es wegen der hohen Benzinpreise teilweise starke Verkaufseinbußen. (dpa/rp)

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