Donnerstag, 24.05.2012
10.07.2009
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Studie

Deutsche Zulieferer auf der Kostenbremse

Die deutschen Automobilzulieferer wollen der aktuellen Wirtschaftskrise mit einem massiven Abbau von Kapazitäten begegnen. Wie aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Management Engineers und des Center of Automotive (CoA) hervorgeht, planen 41 Prozent der Unternehmen zeitweilige Stilllegungen, um eine längere Rezession überbrücken. 29 Prozent wollen sogar dauerhaft Produktionskapazität abbauen – was mit entsprechenden Personalreduzierungen verbunden sein wird. Wichtigster "Krisen-Airbag" der Branchen ist noch die Kurzarbeit. Fast neun von zehn Befragten sichern gegenwärtig so ihre Liquidität. Neben den Maßnahmen in der Produktion treten die Zulieferer laut Befragung auch im Verwaltungsbereich verstärkt auf die Kostenbremse. So wollen wegen der Krise fast alle befragten 200 Unternehmen (98 Prozent) ihre Fixkosten im Overhead reduzieren. Dabei werde nicht zwischen Zentrale und den einzelnen Standorten unterschieden. Positiv: Nur für zwölf Prozent hat die Auslagerung von Zentralfunktionen höchste Priorität. Vielmehr stehe die Auslastung der eigenen Mitarbeiter im Vordergrund, hieß es. Die Autozulieferer malen überwiegend ein düsteres Zukunftsbild. Rund jeder fünfte erwartet keine Wiederbelebung auf absehbare Zeit. Wegen der aktuellen Schwankungen traut sich die Hälfte der Befragten keine Prognose zu. Nur knapp ein Drittel der Befragten rechnet mit einem Aufschwung bereits im kommenden Jahr. "Die Konsolidierung der Branche wird sich weiter beschleunigen. Schon ab der zweiten Jahreshälfte ist mit einer deutlichen Steigerung der Insolvenzzahlen zu rechnen", erklärt CoA-Leiter Stefan Bratzel. Besonders betroffen von der Pleitewelle seien Unternehmen, die in der Zulieferkette keine zentrale Rolle spielen und daher auch nicht von den Herstellern gestützt würden. Neue Stärken entwickeln Nach Einschätzung der Autoren der Studie müssen die Zulieferer deshalb neue Stärken entwickeln und ihre Entwicklungsaktivitäten intensivieren. Das sieht auch die Mehrheit der Befragten: 52 Prozent will trotz der schwierigen Liquiditätssituation ihre Aufwände in Forschung und Entwicklung (F+E) konstant halten. Fünf Prozent wollen sie sogar erhöhen. Für zwei Drittel gehen damit strukturelle Veränderungen und neue Prioritäten in den F+E-Portfolios einher. 60 Prozent planen, ihr Produktportfolio im Hinblick auf den technologischen Fortschritt (z.B. durch Elektroantriebe) partiell anzupassen. (rp)

 
 
 
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