Donnerstag, 24.05.2012
02.07.2009
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Halbjahresbilanz 2009

Deutscher Automarkt auf Rekordkurs

Dank der Umweltprämie ist der deutsche Automarkt im ersten Halbjahr 2009 kräftig am Gas gehangen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Flensburg wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres 2,06 Millionen Pkw neu für den Straßenverkehr zugelassen – ein Zuwachs von 26,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das KBA bestätigte entsprechende Zahlen des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) vom Donnerstagvormittag. Die Importeure teilten mit, dass die Halbjahresbilanz sogar das Neuzulassungsergebnis des Rekordjahres 1999 übertreffe. Im Juni sorgte der "Motor" Umweltprämie für einen Zulassungsschub um 40,5 Prozent auf 427.111 Neuwagen. Es war laut KBA der höchste Wert seit Jahresbeginn. Der Privatanteil betrug 67,3 Prozent (Mai: 69,5 Prozent). Nach VDIK-Angaben wuchs der private Markt im ersten Halbjahr um etwa 99 Prozent oder fast 650.000 Fahrzeuge, während der gewerbliche Bereich um über 20 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum blieb. "Private Kunden haben das Vertrauen zurückgewonnen und ihr Interesse am Auto wieder entdeckt", erklärte VDIK-Präsident Volker Lange. Ohne die staatliche Förderung hätten sie sich in der Mehrzahl wie bisher für ältere Gebrauchtwagen entschieden. Lange erwartet aber, dass in den kommenden Monaten die Zuwächse nicht mehr die Bestmarken des ersten Halbjahres erreichen werden. Nach Verbandsangaben kamen in den ersten sechs Monaten 42 Prozent der neu in Deutschland angemeldeten Autos von jenseits der Grenze. Die Autokäufer investierten die Prämie vor allem in kleine Fahrzeuge. Besonders gefragt waren Minis (plus 124 Prozent) und Kleinwagen (plus 79 Prozent). Die Kompaktklasse kam auf ein Plus von 27 Prozent. Auf diese Segmente entfallen nach Behördenangaben inzwischen 63 Prozent des NW-Markts. Bei Wagen der oberen Mittelklasse (minus 18,5 Prozent) und der Oberklasse (minus 24 Prozent) verzeichneten die Autohersteller Rückgänge im zweistelligen Bereich. Die Neuzulassungen von Sportwagen brachen um 30 Prozent ein. ZDK: "Atempause durch den Baby-Boom" Das Deutsche Kfz-Gewerbe sprach angesichts des Trends zu kleineren Wagen von einer "Atempause durch den Baby-Boom". Die hohen Zuwächse in den kleinen, prämienbegünstigten Segmenten hätten der Branche im ersten Halbjahr zwar "ein wenig Luft verschafft", doch sei die Abwärtsspirale beim Diesel und den oberen Fahrzeugsklassen, einschließlich Transporter und Lkw, unverändert heftig. " Die Prämie hat die Stimmung verbessert, die Rentabilität nicht", sagte ein ZDK-Sprecher. Trotz des guten Zulassungsergebnisses liege die Rendite im Handel unverändert an der Null-Linie. Die Euphorie der Umweltprämie werde in der zweiten Jahreshälfte "einem automobilen Alltag" weichen. Ein düsteres Bild zeichnet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Vielen deutschen Autohändlern drohe nach dem Ende des Abwrackbooms das Aus. "Der Handel muss davon ausgehen, dass es nächstes Jahr Insolvenzen hageln wird", sagte er am Donnerstag. Er erwarte "desaströse Nachhall-Effekte", die Prämie habe "den Markt in Deutschland so durcheinandergebracht, dass weitere Abwrackprämien tödlich wären".

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Volumen wächst – CO2-Ausstoß geht zurück – Weniger Halterwechsel

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Juli 2009 15:04
Autoschlumpf meint:
Wenn man nur lange genug davon redet, dass es Winter wird, wird es auch Winter - oder anders: Wenn man meint, man ist krank, wird man irgendwann auch krank werden. Und wenn man den Konsumenten lange genug einredet, dass sie NOCH MEHR Rabatte kriegen können, dann werden sie auch irgendwann danach fragen und noch mehr feilschen... Nein, der Herr Prof. D. hat in meinen Augen keine Daseinsberechtigung in dieser Branche!


03. Juli 2009 13:30
Striker meint:
@Autoschlumpf
Den Dudenhöffer-Effekt würde ich nicht zu hoch bewerten. Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis nach dem, niemdn wird ihn kennen oder wissen, was der mal gesagt hat (außßer Ihre Bekannten sind autoaffin).
Der Typ redet nur (zuviel) darüber, was viel zu viele Händler jden Tag so machen.


03. Juli 2009 11:15
Autoschlumpf meint:
Zu dem Kommentar des "Herrn Professor D.", in dem er sagt, auf den deutschen Automarkt kommen "desaströse Nachhall-Effekte" zu, sei angemerkt, dass er selbst diese durch seine stetigen (und ebenfalls unaufgeforderten) Predigten über noch mehr Rabatte mitzuverantworten hat.

Im Übrigen gebe ich meinen Vorrednern und -schreibern Recht.

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