Donnerstag, 24.05.2012
10.06.2008
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CO2-Auflagen

Deutschland und Frankreich einigen sich

Nach monatelangem Streit haben sich Bundeskanzlering Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag im bayerischen Straubing geeinigt, das Ziel der EU-Kommission zu unterstützen, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer zu begrenzen. Details müssen aber noch verhandelt werden Darüber hinaus machen sich beide Länder für schärfere Klimaschutzmaßnahmen 2020 stark. Dazu soll es einen Korridor von 95 bis 110 Gramm geben. Die Einigung über Klimaschutz-Auflagen für die Autoindustrie ist von der Wirtschaft begrüßt worden, Grüne und Umweltschützer kritisierten sie scharf. Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag): "Der Vorschlag ist besser als der der EU-Kommission, aber nicht ideal." Besonders die Einigung auf eine stufenweise Einbeziehung aller Fahrzeuge ab 2012 (Phase-In) sei sinnvoll, ebenso die Anrechnung von Öko-Innovationen - wie energieeffiziente Leuchten oder Solar-Glasdächer – auf die Menge des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoßes. "Erst so wird es überhaupt möglich, die anspruchsvollen Ziele technisch umzusetzen", sagte Wissmann. Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass die deutsche Autoindustrie den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch ihrer Neufahrzeuge von 1990 bis 2005 um 25 Prozent gesenkt habe. Die CO2-Emissionen von Neuwagen seien in den ersten drei Monaten 2008 überproportional um 3,5 Prozent gesunken.auf die Menge des Kohlendioxid-Ausstoßes. Auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) begrüßte den Kompromiss. Wesentliche Forderungen der Autohersteller seien darin berücksichtigt. "Es gibt nun Planungssicherheit für die Autoindustrie", sagte VDIK-Präsident Volker Lange der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission sei zu planwirtschaftlich gewesen und habe sich gegen Premiumhersteller gerichtet. "Das hätte zu Wettbewerbsverzerrungen geführt." BDI: "Vertretbarer Kompromiss" Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach von einem "vertretbaren Kompromiss". Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die deutschen Interessen "kraftvoll vertreten", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf einer Pressemitteilung vom Montag zufolge. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, sagte dagegen der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag), Merkel sei voll auf die Vorschläge der deutschen Automobilkonzerne eingegangen, die "Spritschlucker" verkaufen wollten. "Das ist typisch Merkel: Sie startet als Klimaretterin und am Ende zerlegt sie alles in Einzelteile, so dass am Ende keine Klimapolitik mehr drin ist."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Autoexperten geteilter Meinung – Hersteller begrüßen Einigung

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

11. Juni 2008 15:05
wallibelli meint:
Norbert Reithofer hat im Mai in einem Interview der FAZ auf die Frage „Warum haben sich BMW und andere Autohersteller so lange Zeit gelassen, CO2- und verbrauchsgünstige-Fahrzeuge anzubieten?“ folgendes geantwortet: „Niemand konnte voraussehen, dass sich der Ölpreis seit 2002 mehr als verfünffacht.“

Im Angesicht der bevorstehenden Wohlstandisierung und Motorisierung von etwa 3,5 Mrd. Chinesen, Indern, Osteuropäern/Russen, von der die Autoindustrie reichlich profitieren möchte, mutet der nun geplante Weg für CO2-Minderung wie ein „Selbstmordkommando“ an.

Kein Vorstandsvorsitzender, kein Experte, kein Politiker legt sich fest, dass der Ölpreis sich in den nächsten fünf Jahren nicht noch einmal verfünffachen wird. Seien wir ehrlich: „Wir sitzen in der Ölpreisfalle.“ 800 Dollar je Barrel 2013?! Unmöglich ! Nichts ist unmöglich in Zeiten wo der Dieselpreis innerhalb von gut 4 Monaten um ca. 30 Cent steigt. Wo C02-arme Diesel-Autos zu Ladenhütern werden, da sie sich vorne und hinten nicht mehr rechnen. (Siehe auch aktueller Kostenvergleich Diesel-Benzin in Autozeitung Nr. 13/2008 vom 11.06.2008 „Diesel am Ende. ... Ihm bleibt nur noch seine nach wie vor unschlagbare Reichweite.“)

Diesel-Hybrid-Fahrzeuge galten noch zur IAA 2007 als das Allheilmittel zur CO2-Reduktion und Kraftstoffeffizienz europäischer Autohersteller. So makaber es klingt, weltweit kontinuierlich steigende Kraftstoffpreise sind das effektivste C02-Minderungskonzept. Je schneller und höher sie steigen, umso eher erreichen wir geplante CO2-Minderungsgrenzen. Der freie Markt regelt alles. Die aktuelle Situation in den USA beweist es wieder einmal. Einzig GM ist mit dem Volt und dessen vollelektrischen Antrieb auf dem langfristig richtigen Weg. Öl darf nur noch vorübergehend als „Range Extender“ (zur Reichweitenvergrößerung) eingesetzt werden. Bis die Speicherkapazitäten für angemessene Reichweiten bei Vollelektroautos verfügbar sind. Nur so kommen wir weg vom „Ölverbrenner“ und damit aus der Ölpreisfalle. Das mag für die Industrie schmerzlich sein. Langfristig ist es ihre einzige Überlebenschance.

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