26.01.2009
Run auf Autohäuser: Die Umweltprämie hat den Konsumenten die Lust am Autokauf zurückgebracht.
Erfolgsmodell Umweltprämie
Deutschland wrackt ab
von Michael Kieffer, Christoph Helfenbein, Frank Selzle und Ralf Padrtka
Damit der Konjunkturmotor brummt, muss es auf deutschen Schrottplätzen krachen und scheppern. Die im Kampf gegen die Autokrise beschlossene Abwrackprämie hat den deutschen Verbrauchern die Lust am Fahrzeugkauf zurückgebracht. Sie sorgt dafür, dass viele Autofahrer von ihren alten Fahrzeugen Abschied nehmen und sich für einen Neuwagen entscheiden. Insbesondere kleinere, preisgünstigere Modelle finden reißenden Absatz bei Kunden, die sich den staatlichen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro sichern wollen.
"Die Nachfrage ist immens", sagt etwa Ferdinand Wambach, Verkaufsleiter in einem Nürnberger Opel-Autohaus. Seit Samstag vor einer Woche erlebe das Autohaus eine extrem starke Kundennachfrage – begehrt sei vor allem der Kleinwagen Corsa. "Von der Frühe bis spät abends nach Geschäftsschluss sind wir gut beschäftigt." Selbst fürs Mittagessen bleibe ihm und seinen Mitarbeitern kaum mehr Zeit.
Beim Autohaus Gerstmann, das die Marken Ford, Peugeot und Land Rover in Leipzig vertritt, sind im Zuge der Umweltprämie zehn Neuwagen und 21 Jahreswagen verkauft worden. "Ein Ende des Kundenstroms ist noch nicht abzusehen, unser Schauraum ist voll wie zuletzt 1992", erklärt Verkaufsleiter Ulf Richter gegenüber AUTOHAUS Online. "Sie glauben gar nicht, was für ein herrliches Gefühl das ist, nach Monaten der Ungewissheit diesen hellen Schein am Horizont zu sehen."
VDA korrigiert Prognose
Lob kommt auch von den deutschen Herstellern. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sagt: "Was ich derzeit aus den Autohäusern fast aller Marken höre, zeigt ein massives Interesse." Der VDA korrigiere daher auch seine Prognose für 2009 nach oben. Im Dezember hatte er noch einen Absatz von maximal 2,9 Millionen Autos vorausgesagt – nun sei es möglich, die Drei-Millionen-Marke wieder zu knacken.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Interesse an Jahreswagen verdoppelt – Gedämpfte Euphorie bei BMW
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(Foto: Uwe Meinhold/ddp)
07. Februar 2009 17:53
Ulf Richter meint:
Anmerkung zum Kommentar von Marko Weilbach:
Natürlich gibt es durch staatlichen Eingriff derzeit Marktverschiebungen. Diese gibt es in der jahrzehntelangen Tradition nicht nur des Autohandels des öfteren, von wem auch immer initiiert. Aber diesmal profitiert der klassische Neuwagenvertragshändler ( incl. seiner jungen Gebrauchtwagen ) davon, und das ist schon ein Novum. Bislang haben sich die vertragsfreien Händler kaum Gedanken machen müssen, wo sie Ihre Fahrzeuge und Ihre Kunden her bekommen sollen. Die jetzige Situation erfordert auch bei den vertragsfreien Händlern ein schnelles, flexibles Agieren. Das sind sie bisher nicht gewöhnt gewesen, deswegen verstehe ich den anfänglichen Frust, der in Deinem Kommentar steckt. Es ist schwer, aus einer erfolgsverwöhnten, heilen Welt plötzlich und vielleicht auch etwas unerwartet die Untiefen des umkämpften Marktes mit aller Härte zu spüren.
Ich bin mir sicher, dass Du diese Situation meistern wirst. Deine jahrelangen Erfahrungen und vor allem Dein persönliches Engagement wird Dich nicht "auf Grund" laufen lassen.
Alles Gute!
01. Februar 2009 12:25
Marko Weilbach meint:
Die vorübergehende Freude an den Abverkäufen wird sich bald dämpfen. Der Staat greift künstlich in Märkte ein von denen er kein Fachwissen über Folgen besitzt. Statistiken wie hoch der Anteil an Fahrzeugen ist, welche wirklich in Deutschland produziert werden und damit Arbeitsplätze sichern, werden wahrscheinlich wie viele andere entweder fingiert oder vertuscht. Importhändler mit großen Lagerbeständen und Ausländische Produzenten wie Kia, Hyundai, Fiat, Peugeot, Renault, Skoda und vor allem Dacia sind die eigentlichen Gewinner der Prämie. An tausende reine Gebrauchtwagenhändler welche ebenfalls mit großen Beständen zu kämpfen haben wird nicht gedacht. Diese werden große Verluste verzeichnen da im Preissegment bis 12000 € keine Chance besteht Fahrzeuge abzusetzen. Käufer, angelockt durch die Prämie, kaufen fast ausschließlich nur in dieser Preisregion. Premium Hersteller wie Porsche oder Audi Mercedes oder BMW gehen im prozentualen Verhältnis leer aus. Neufahrzeuge bis 12000 € werden mit Abwrackprämie und Händlerrabatt letzt endlich bis 40% günstiger verkauft. Der Staat hat es somit geschafft dass der Gebrauchtwagenmarkt noch weiter geschrumpft ist und nicht wenige Arbeitsplätze auch dadurch auf dem Spiel stehen. Renommierte Händler schließen einfach zu aus Glaubensverlusten an die Regierung und Frustration. Steuerverluste in Größenordnungen da gerade im freien Gebrauchtwagenhandel immerhin noch effektiver und flexibler gearbeitet wurde da kein sinnloser oft unsinniger Herstellerdruck durch ständig neue Auflagen vorlag. Das große Rettungspacket der Banken unter anderem auch für die VW Bank heißt Subventionierte Zinsen zu Lasten des Steuerzahlers. Mit 0,9 % wirbt VW für den Kauf des Neuwagens. Für 0,9 % wird kein Geld eingekauft. Mit fast 8 % müssen die Händler auf dem freien Markt ihre Gebrauchten anbieten. Alle klassischen Gebrauchtwagenhändler sind gespannt wann der Staat die Verluste dessen ausgleicht. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, jahrelange Verunsicherung und Diskussionen um die Kfz Steuer sowie Plaketten Pflicht die keinem etwas bringt außer dem uneingeschränkt hungrigen Staatshaushalt sind Grundursachen für einen schon jahrelang schwachen Neuwagen und Gebrauchtwagenabsatz . Mit einer hergezauberten Abwrackprämie ist alles versäumte nicht so schnell wieder gut zu machen. Solange Parteien keine überlegte begreifliche sichere und planbare Politik führen werden wir schon bald vor einem ganz großen Scherbenhaufen, nicht nur in der Kfz Branche, stehen. So schnell wie der VDA seine Prognose zum Jahresende nach oben korrigierte wird er sie zum Jahresende wieder nach unten korrigieren müssen nämlich wenn wir an die 4 Millionen Arbeitslosenquote herangetreten sind.
Vielen Dank
Marko Weilbach
30. Januar 2009 11:26
Verkäufer meint:
Die Beamten bei der BAFA haben bestimmt festgestellt, das die ersten Euro 3 + 4 Autos verschrottet worden sind z.B, Golf IV, Bj. 98 / 99 und mal schnell den Euro II Riegel vorgeschoben, macht ja auch Sinn, der Kunde kauft ein Euro 4 Fahrzeug und verschrottet ein Euro 4 Fahrzeug.Leider für viele Autos schon zuspät, mal sehen wer jetzt die Musik bezahlt.
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