22.02.2013
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Die Kronprinzen-Frage
 

Einige sehen Wolfgang Bernhard bei Daimler schon auf dem Abstellgleis.

Wer kommt nach Dr. Z?
Von Antonia Lange, dpa

Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard gilt als einer der fähigsten Manager der Autobranche. Und doch muss er zum wiederholten Mal in seiner Karriere einen prestigeträchtigen Platz in der Chefetage räumen. Überraschend tauscht Bernhard, der lange als Kronprinz von Daimler-Chef Dieter Zetsche galt, seinen Posten als Mercedes-Produktionschef mit dem bisherigen Truck-Vorstand Andreas Renschler. Werden die Karten im Rennen um die Nachfolge von Zetsche jetzt neu gemischt?

Gestiegen sind die Chancen für Bernhard zumindest nicht. "Ursprünglich war er mal in der Rolle des Kronprinzen", sagt Autoexperte Willi Diez von der Hochschule-Nürtingen Geislingen. "Im Moment hat man nicht den Eindruck, dass es einen Kronprinzen gibt." Mit der Sache vertraute Personen bestätigen das. Bernhard habe bei den Arbeitnehmern keinen guten Stand, anderen Managern fehle hingegen der breite Überblick über die verschiedenen Unternehmensbereiche, heißt es. Und andere wiederum seien schlicht zu alt.

Dabei scheint die Zeit besonders günstig, sich als Kandidat in Stellung zu bringen: Der Aufsichtsrat hat den Vertrag von Zetsche soeben nur um drei statt um fünf Jahre verlängert (wir berichteten). Die Frage nach einem möglichen Nachfolger stellt sich damit also früher als erwartet. Immer mal wieder falle der Name des Finanzvorstands Bodo Uebber, sagt Diez. "Hubertus Troska hat man auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe gegeben in China."

"Alte Wunden" bei Bernhard

Der einstige Glamour-Manager Bernhard hingegen habe sich unterdessen sehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. "Diese ganzen Jahre Hin und Her haben ein bisschen an ihm gezehrt", sagt Branchenexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Intern rissen bei Bernhard derzeit "alte Wunden" wieder auf. Das könnten andere Hoffnungsträger nutzen, um sich in Stellung zu bringen.

Von alten Wunden hat Bernhard – der seinen eigentlichen Nachnamen Ayerle im Laufe seiner Karriere durch den Geburtsnamen seiner Mutter ersetzte – wahrlich genug. Wenn es um Sparmaßnahmen geht, macht ihm so schnell niemand etwas vor. Die Herzen der Mitarbeiter fliegen ihm damit allerdings nicht zu. So soll es auch die Arbeitnehmerseite gewesen sein, die Bernhards Postenwechsel bei Daimler gefordert hat.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Ich würde ihn nicht abschreiben"

 
 
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