Donnerstag, 09.02.2012
08.03.2010
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Abgasuntersuchung

Diskussionsbedarf bei AU-Gebühren
Von Thomas Seidenstücker

Preiserhöhungen sind selten populär, doch notwendig, wenn das Gleichgewicht zwischen vollbrachter Leistung und dafür erzielter Einnahme nicht mehr passt. Ein solcher Fall sollen die Gebühren für die Abgasuntersuchung sein. Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, wagte in AUTOHAUS (4/2010) den Vorstoß und sprach sich für eine Erhöhung der Gebühren aus: "Zuerst wurde das Entgelt für die AU bei OBD-Fahrzeugen deutlich gesenkt. In der Kombination mit der HU soll eine weitere Reduzierung erfolgen. Für die Werkstatt gibt es keine Möglichkeit mehr, mit dieser Dienstleistung Ertrag zu generieren. Schließlich muss laufend in neue Geräte und Personal-Schulung investiert werden. Wir setzen uns deshalb für eine Überarbeitung der Gebührenordnung ein. Die doppelte Rabattierung der Untersuchung der Abgase bei der HU als Standard muss abgeschafft werden." Doch wie sollten die Gebühren aussehen? Blasen die anderen Überwachungsorganisationen ins gleiche Horn? Welche Stimmung aus dem Markt kann der ZDK vermelden? Unsere Umfrage zeigt ein deutliches Ergebnis: Alle Überwachungsorganisationen befürworten eine Gebührenanpassung. Peter Schuler, Geschäftsführer der KÜS: "Die Anpassung der AU-Gebühren ist notwendig. Oft wird plakativ auf das vereinfachte Verfahren bei OBD-Fahrzeugen verwiesen. Dabei lässt man außer Acht, dass unabhängig vom Prüfverfahren für alle untersuchungspflichtigen Fahrzeuge geeignete Abgasmessgeräte einzusetzen sind und diese Messtechnik einsatzbereit vorzuhalten ist sehr kostenintensiv." Für die TÜV und Dekra übermittelte der VdTÜV Verband der TÜV e.V. ein gemeinsames Statement. VdTÜV-Sprecher Johannes Näumann: "Im Jahr 2008 wurden die AU-Gebühren mit der 17. Verordnung zur Änderung der GebOSt (Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr) um 6,5 Prozent angehoben. Der VdTÜV hatte schon 2003 einen Antrag auf Gebührenanpassung gestellt und einen Anpassungsbedarf von 20 Prozent nachgewiesen. Die Verordnung wurde erst fünf Jahre später verabschiedet und die Erhöhung um 6,5 Prozent deckte die Kostensteigerung nicht ab. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 1998 bis 2008 stiegen die Arbeitskosten in der deutschen Wirtschaft um über 40 Prozent." 40 Euro sind kostendeckend Steht nun also eine satte Erhöhung der Gebühren ins Haus? Näumann: "Die Höhe der Gebühr muss die Kosten des vorgeschriebenen Prüfaufwands für die jeweilige AU abdecken. Eine kostendeckende Gebühr für Pkw mit Kat dürfte zur Zeit bei ca. 40 Euro liegen, für Pkw mit OBD bei ca. 22 Euro." Schuler sieht es ähnlich: "Die Gebührenordnung hält nicht Schritt mit den wirtschaftlichen Entwicklungen. Es gibt jeweils eine untere und eine obere Grenze der Gebühren und bei Abgasteiluntersuchung reichen diese (Fremdzündungsmotor mit OBD-System) von 6,20 bis 18,40 Euro. Wir sind für eine Erhöhung der unteren und oberen Margengebühren und die tatsächliche Gebühr sollte im Mittel des Rahmens liegen. Die Technischen Prüfstellen sind an der Obergrenze und die ist immer noch nicht kostendeckend. So sollte die neue Untergrenze mindestens die alte Obergrenze darstellen."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: ZDK bleibt zurückhaltend

 
 

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