19.02.2013
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Edsel, Multipla & Co
 

Alfa Romeo und Nissan präsentierten 1983 den gemeinsamen Misserfolg Arna.

Die großen Flops der Autogeschichte
Von Thomas Lang/mid

Großartige Erfolgsmodelle und Bestseller prägen und schreiben die Autogeschichte. Ob es sich nun um das T-Modell von Ford, VW Käfer und Golf, Porsche 911, Toyota Corolla oder die S-Klasse von Mercedes, die Liste der Erfolgsmodelle ließe sich beliebig lang fortsetzen. Doch auch von gigantischen Flops blieben die meisten Hersteller nicht verschont.

Als größter Misserfolg in der Autogeschichte gilt der Ford Edsel. Um die Lücke zwischen der Einstiegsmarke Ford und dem gehobenen Label Mercury zu schließen, kreierten die Verantwortlichen in den Fünfzigern eine weitere Marke für die Mittelklasse. Die sollte den Namen des 1943 verstorbenen Sohns von Henry Ford tragen: Am 7. September 1957 feierte "Edsel" seine offizielle Vorstellung. Die Entwicklung der Baureihe, der Aufbau der Produktionsstätten und des Händlernetzes ließ sich Ford rund 400 Millionen US-Dollar kosten, was heute etwa vier Milliarden US-Dollar entspricht. Für die Premiere inszenierte der Hersteller eine eigene Show im Sender CBS, in der Top-Künstler wie Frank Sinatra oder Louis Armstrong für den Edsel warben.

Doch schon am Design schieden sich die Geister. Der auffällige vertikale Grill hatte schnell den Spitznamen "Pferdehalfter" weg. Bei reaktionären Geistern weckte die Form gar Assoziationen zu weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Eine Katastrophe angesichts der konservativen weißen Zielgruppe. Das kontroverse, überladene Design und die katastrophale Produktqualität versetzten dem Projekt schnell den Todesstoß. Ford wollte unter dem Namen Edsel pro Jahr zwischen 200.000 und 300.000 Neufahrzeuge verkaufen. Bis zur Einstellung der Marke 1960 fanden gerade mal 110.847 Edsel einen Kunden.

Golf-Rivale von Alfa und Nissan floppt

Die ursprünglich gar nicht abwegige Idee, italienisches Design mit zuverlässiger japanischer Technik zu kombinieren, führte 1980 zu einem der schrägsten Autoprojekte aller Zeiten. Am 9. Dezember vereinbarten Alfa Romeo und Nissan die gemeinsame Produktion der Kompaktlimousine Arna. Das Akronym ARNA stand für "Alfa Romeo Nissan Autoveicoli". In einer Auflage von 60.000 Fahrzeugen pro Jahr sollte das Auto dem deutschen Bestseller VW Golf zu Leibe rücken.

Dann lief das Projekt jedoch komplett aus dem Ruder. Statt das Auto in Japan zu fertigen, fiel die Entscheidung auf den Produktionsstandort Pomigliano d`Arco in Süditalien. In rund vier Jahren Bauzeit von 1983 bis 1987 waren nach optimistischen Statistiken knapp 80.000 Autos entstanden. Weniger euphorische Zählungen kamen auf 55.000 Arnas. Wegen des hässlichen Designs und der schrecklichen Qualität galten gebrauchte Arnas als unverkäuflich.

"SM" quält die Kunden

Ungleiche Partnerschaften brachten zahlreiche desaströse Autoprojekte hervor. Aus Kundensicht erwies sich die Produktbezeichnung "SM" für die Oberklasse-Limousine von Citroen quasi als Programm. Der repräsentative Wagen wusste 1970 bei seiner Premiere mit seinem modernen Design durchaus zu überzeugen und reüssierte schnell als Stilikone. Mangels standesgemäßem Antrieb im hauseigenen Firmenregal entschieden sich die Verantwortlichen, V6-Motoren von Maserati zu verwenden, die zwischen 113 kW / 154 PS und 132 kW / 180 PS leisteten. Das aus Zeitdruck zu wenig erprobte Triebwerk erwies sich in der Praxis als extrem defektanfällig und durstig. Das rächte sich spätestens im Rahmen der Energiekrise von 1973. Nur 12.950 Autos in fünf Jahren dokumentieren den Misserfolg des Citroen SM.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Langsamer Volks-Porsche, durstiger Wankel, unschöne Vans

 

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