Donnerstag, 24.05.2012
24.06.2010
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Porträt

Ein bayerischer Fußball-Fan an der Porsche-Spitze
von Frank Heidmann, dpa

Beim schwäbischen Sportwagenbauer Porsche wird man sich an eine neue Klangfärbung gewöhnen müssen. Denn der künftige neue Boss Matthias Müller spricht bayerisch – mal etwas anderes nach dem Westfalen Wendelin Wiedeking und dem Schwaben Michael Macht. Der am 9. Juni 1953 in Chemnitz geborene Manager gilt als exzellenter Produktstratege. Und das nicht nur bei VW. Vier Jahre lang, von 2003 bis 2007, leitete Müller das Produktmanagement der Audi-Marken, zu denen neben den Autos mit den vier Ringen auch Seat und die Sportwagenschmiede Lamborghini gehört. Dann folgte er seinem Chef Martin Winterkorn in der gleichen Funktion von Ingolstadt nach Wolfsburg.

Da es bei der Integration von Porsche in den VW-Konzern gerade auf eine genaue Abstimmung und Abgrenzung zwischen den gerne mal rivalisierenden Autobauern Audi und Porsche ankommt, gilt Müller auch in Stuttgart-Zuffenhausen als gute Wahl. "Ein Top-Mann", heißt es in Porsche Kreisen, wo der bekennende Fußballfan bereits bekannt ist. Müller könne ausgleichen und gehe nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand.

Eigenschaften, die auch für Macht gelten, der dem gerne etwas raubauzigen Wiedeking folgte, als dieser den Machtkampf mit VW verloren hatte. Macht gilt als exzellenter Produktionsexperte, der weiß, wie man Autos mit höchster Qualität und dennoch kostengünstig fertigt. Ein Jahr lang sorgte er für Ruhe und neues Selbstbewusstsein bei Porsche nach den quälenden Auseinandersetzungen und der Niederlage von Wiedeking im Machtkampf mit dem mächtigen Ferdinand Piëch.

Kompetent und durchsetzungsstark

Mit Müller, der 1971 in Ingolstadt Abitur machte und danach bei Audi eine Lehre begann, kommt nun ein Manager, der wie kein zweiter weiß, wie Audi und VW in ihren Produktplanungen ticken. Obwohl er noch außen kaum in Erscheinung getreten ist, gilt er als einer der wichtigsten Männer im Wolfsburger Konzern. Er arbeitet seit vielen Jahren sehr eng mit Winterkorn zusammen und allein diese Tatsache beweist, dass der sportliche Bayer über eine robuste Konstitution verfügen muss. Und er gilt ausgesprochen durchsetzungsstark: "Er bringt, er liefert. Ein offener sympathischer Typ, der aber auch sehr fordernd sein kann", charakterisiert ihn jemand, der ihn in Ingolstadt erlebt hat. Man darf also gespannt sein, wie Müller und der ebenfalls nicht zimperliche Betriebsratschef Uwe Hück künftig miteinander auskommen werden.

 
 
 
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