Mittwoch, 23.05.2012
14.04.2011
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AUTOHAUS Karriere

Einführung neuer Mitarbeiter im Autohaus
Von Prof. Dr. Ralf Mertens

Der Arbeitsbeginn an einem neuen Arbeitsplatz ist meist mit einem Gefühl von Unsicherheit und Risiko, aber auch mit Hoffnung und Motivation verbunden. Je eher es gelingt, das Gefühl einer gewissen  Orientierungslosigkeit beim Neuen zu überwinden, desto eher öffnet er sich für weitere integrierende Maßnahmen.  Langfristige Mitarbeiterbindung an das Autohaus beginnt mit einer konsequent durchgeführten Einarbeitung für alle, die im Autohaus ihre neue Tätigkeit beginnen. Ein aktives Einarbeitungsprogramm, welches eine Einführung in die Tätigkeit, eine Einführung in das Team und eine Einführung in die vorherrschende Unternehmenskultur als Hauptziele hat, erleichtert den Einstieg und beschleunigt den Identifikationsprozess mit dem Autohaus.

Prinzipiell ist die Einführung eines neuen Mitarbeiters Führungsaufgabe. Je nach Größe des Autohauses und nach Führungsspannbreite der Führungskraft kann es Sinn machen, dem neuen Mitarbeiter einen erfahrenen Mitarbeiter des Autohauses zur Seite zu stellen, um die soziale Integration zu erleichtern. Der sogenannte "Pate" sollte für diese Aufgabe nicht nur charakterlich gut geeignet sein, sondern möglichst auch in keinem wettbewerbsähnlichen Verhältnis zum "Neuen" stehen.

Ist der neue Mitarbeiter durch die Vermittlung eines externen Beraters ins Autohaus gekommen, macht es Sinn, diesen in der Anfangsphase mit einzubeziehen. Der Berater kennt in der Regel den neuen Mitarbeiter gut und kann bei auftretenden Schwierigkeiten als neutrale Instanz vermittelnd eingreifen. Dies gibt außerdem beiden Parteien, Autohaus sowie Berater, die Möglichkeit einer kritischen Überprüfung ihres angewendeten Auswahlverfahrens.

Der Stellenwert der Familie während der Einarbeitungsphase ist nicht zu unterschätzen. Es macht Sinn, der Familie des Neuen nicht nur frühzeitig ausreichend Informationen über das Autohaus und das Arbeitsumfeld zukommen zu lassen, sondern sie auch so weit möglich in das berufliche Wirken mit einzubeziehen. Gute Erfahrungen hat man gemacht mit Einladungen zu Veranstaltungen wie „Haus der offenen Tür“ oder Produktpräsentationen, insbesondere auch schon vor dem ersten Arbeitstag des Neuen. So kann bei auftretenden Schwierigkeiten im Betrieb die Familie durchaus einmal den Rücken stärken.

Unsicherheiten abbauen

Der "Neue" zu sein, ist nie angenehm. Die Verhaltensforschung lehrt: "Nur in vertrauter Umwelt ist das Leben gesichert." Für den Neuen im Autohaus ist jedoch zunächst einmal alles fremd: die Umgebung, die Menschen, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die gesamte Unternehmenskultur. Fremdes und Unbekanntes machen jedoch unsicher. Je eher diese Unsicherheit abgebaut werden kann, desto früher kann sich der Neue auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren.    

Was der Neue in der ersten Zeit im Betrieb erlebt, gleicht er permanent mit seinen Erwartungen ab. Weichen seine Erlebnisse zu weit von seinen Erwartungen ab, und zwar im negativen Sinne, dann ist er enttäuscht und zieht seine Schlüsse daraus. Fragen, die er sich im Vorfeld stellt, sind:

  • Wie werde ich im Autohaus empfangen?
  • Bin ich überhaupt willkommen bei den verschiedenen Zielgruppen?
  • Ist man auf mich vorbereitet?
  • Gibt es einen Einarbeitungsplan?

Werden Erwartungen nicht erfüllt, so hat das Einfluss auf:

  • Einstellung zum Betrieb,
  • Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten,
  • Arbeitsmotivation.

Falsche Einstellungen und falsches Verhalten, die sich schon in den ersten Stunden bilden können, sitzen sehr fest und lassen sich später nur mit großer Mühe korrigieren. Deshalb ist die Zeit, die man einem Neuen zu Beginn seiner Arbeitstätigkeit widmet, gut angelegt. Will man später einmal auf Einstellungen oder Verhaltensweisen einwirken, deren Grundstein in der Einarbeitungsphase nicht zufriedenstellend gelegt wurde, wird man ein Vielfaches dieses Zeitaufwandes aufwenden müssen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Phasen der Einführung eines neuen Mitarbeiters

 
 
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