18.12.2012
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Elektro-Revolutionäre
 

Hendrik Fisker, ein Pionier der Auto-Elektrifizierung, muss mittlerweile kleinere Brötchen backen – wie viele seiner Kollegen.

Mit dem Rücken zur Wand
Von Max-Morten Borgmann, dpa-AFX

Seit mindestens zwei Monaten hat Fisker kein Auto mehr gebaut. Dem kleinen US-Hersteller von schnittigen und teuren Hybridflitzern sind die Batterien ausgegangen. Im Oktober meldete sein Akkulieferant A123 Systems in den USA Insolvenz an, seitdem stehen die Bänder still. Ohnehin hat Fisker erst rund 2.000 Exemplare seines einzigen Modells Karma verkauft, die ursprünglich viel höheren Ziele sind längst über den Haufen geworfen.

Dabei waren die Unternehmen einst als große Hoffnungsträger angetreten. 2009 schob die US-Regierung sie mit millionenschweren Krediten an – aber mittlerweile steht nicht nur ihnen das Wasser bis zum Hals. Auch vermeintliche Revolutionäre wie Better Place und der chinesische Akku-Experte Build Your Dreams, bei dem schon 2008 die Investorenlegende Warren Buffet mit viel Geld einstieg, stecken tief im Strudel der kriselnden Branche. A123 ist nur das erste Opfer.

Mit Subventionen im Rücken hatte das Unternehmen im großen Stil Fertigungsanlagen hochziehen können. Paradox ist: Genau das wurde A123 zum Verhängnis. Denn die große Nachfrage blieb aus. "Seit drei Jahren bauen Batteriehersteller Produktionskapazitäten auf, die weit über den tatsächlichen Bedarf hinausgehen", erläutert Wolfgang Bernhart von der Strategieberatung Roland Berger. Die maue Nachfrage nach Elektroautos bleibt das große Problem der Branche.

Brutaler Wettbewerb

Und so wird der Wettbewerb um Aufträge für Lithium-Ionen-Batterien brutal. "Die Hersteller müssen zum Teil so eng kalkulieren, dass sich die Aufträge kaum rechnen", sagt Bernhart. Zwar erwartet der Experte, dass die Nachfrage Markt in den nächsten Jahren insgesamt deutlich wachsen wird. Aber nur sechs bis acht große Unternehmen dürften die laufende Marktbereinigung überleben.

A123 wird nicht aus eigener Kraft dazugehören. Der chinesische Zulieferer Wanxiang schluckt die Akku-Sparte für rund 250 Millionen Dollar. Allerdings fehlt noch der Segen der US-Regierung – einige Politiker wollen das mit Steuermillionen unterstützte Unternehmen nicht in chinesischer Hand sehen. Für Fisker dürfte das Warten auf neue Batterien damit weitergehen. Denn erst wenn der A123-Deal in trockenen Tüchern ist, soll die Karma-Produktion wieder anlaufen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Fisker sucht nach neuen Geldgebern – Tödlicher Unfall setzt BYD zu

 
 
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