Donnerstag, 24.05.2012
03.09.2008
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IFA-Prognose

Elektroautos vorerst nur in der Statistenrolle

Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) in Nürtingen-Geislingen traut Elektroautos vorerst nur eine Nebenrolle auf dem deutschen Automarkt zu. Einer aktuellen Einschätzung zufolge dürfte der Markt für Batterie-gestützte Fahrzeuge bis zum Jahr 2015 auf etwa 30.000 Einheiten ansteigen. Potenzial gebe es insbesondere bei Kleinwagen, wo der Elektroantrieb bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts einen Anteil von fünf Prozent erreichen könnte. Limitierender Faktor für eine stärkere Ausbreitung ist nach Angaben von IFA-Leiter Willi Diez weiterhin die geringe Reichweite von 100 bis 150 Kilometer, die den Einsatz von Strom betriebenen Fahrzeugen auf den City-Bereich beschränke. Höhere Reichweiten seien nur mit deutlich leistungsstärkeren Batterien als den heute üblichen erreichbar. Deren Kosten würden aber noch bei 12.000 bis 15.000 Euro liegen. Laut Diez sind E-Modelle nicht zuletzt wegen der deutlich geringeren Besteuerung von Strom gegenüber Benzin und Diesel wirtschaftlich attraktiv. "Wer mit einem Benzinfahrzeug 100 Kilometer fährt, bezahlt fast sechs Euro Steuer, wer das gleiche mit einem Elektroauto tut, nur rund einen Euro", rechnet der Experte vor. Für ihn sei deshalb die künftige Entwicklung der Strom-Besteuerung entscheidend. Würden Elektroautos zu einem Massenphänomen auf deutschen Straßen, hätte der Staat mit gravierenden Rückgängen bei der Mineralölsteuer zu kämpfen. Diese müssten dann mit einer Anhebung der Stromsteuer wieder korrigiert werden. Längerfristig erwartet das Institut – abhängig von der Entwicklung der Benzin- und Dieselpreise – einen Weltmarktanteil für Elektroautos von fünf bis zehn Prozent. Dies entspräche einem Volumen von drei bis 6,5 Millionen Fahrzeugen jährlich. Vor allem in Ländern mit einer kostengünstigen Stromproduktion gebe es für die Nullemissionsfahrzeuge gute Wachstumschancen. (rp)

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. September 2008 21:04
wallibelli meint:
Der Herr Professor hat gut reden.
Es müssen -wie auch immer- Alternativen zum konventionellen Verbrennungsmotor her. Bei 1,50 € und mehr je Liter Sprit spielt der Privatkunde in Mitteleuropa nicht mehr mit.Und bei mehr als 2,- € treten Geschäftskunden ebenfalls auf die Bremse. Man schaue sich doch nur die Struktur der aktuellen Neuzukassungen an.Außer Kleinwagen und kompakte SUV's läuft immer weniger.Damit können weder Hersteller noch Handel dauerhaft auskömmliche Renditen erzielen.Wenn E-Autos keine Alternative sind,sei die Frage erlaubt,in wie weit automobile Mobilität künftig hierzulande überhaupt noch stattfindet? Hoffentlich bleiben die Kraftstoffpreise dauerhaft auf dem momentan hohen Niveau.Sie sind das einzige Druckmittel schneller Alternativforschung und -entwicklungen.Andernfalls wird die Spitkostenkeule der gesamten Branche eines nicht allzu fernen Tages den K.o.versetzen.

Prof.Dietz soll mal eine Vollkostenrechnug aufmachen.Natürlich sind die Akkus z.Z.noch sehr teuer.Auch die Reichweite bedarf weiterer Steigerung.Gleichwohl kann er mal untersuchen,was jeder Hersteller bei einem Elektroauto alles einspart.Dutzende verschiedener Motoren,komplexe Getriebe mit aufwendiger Steuerung, Abgaseinrichtungen und Reduktionsmaßnahmen u.s.w. Ein E-mobil braucht ein E-Motor/Generator und einen simplen stufenlosen Antrieb.Etliche zehntausende Entwickler,Ingenieure und Elektroniker in der Autoindustrie und bei Zulieferern sind nicht mehr notwendig,gäbe es weltweit nur noch eine genormten E-Antrieb.Effizienzsteigerungen in der Produktion,im Teile-und Logistikwesen,bei Service und Wartung sind noch gar nicht berücksichtigt.Wenn alle diese Einsparpotentiale mit dem hohen Anfangspreis des E-mobils verrechnet werden,sieht der Fahrzeugpreis ganz anders aus.

Es kommt mir fast so vor, als wenn die ganze Branche jetzt schon um die schwindenden Service-,Ölwechsel-und Ersatzteilmargen zittert.

Gott sei Dank gibt es nicht nur Verhinderer,sondern auch engagierte Befürworter des E-Mobils.Einer ihrer Vorreiter ist inzwischen Dr.Zetsche.Er hat begriffen,dass die Automobilbranche ihr Geschäftsmodell hochgradig gefährdet,wenn sie weiterhin vom unkalkulierbaren Basisrohstoff Öl ihr "Sein oder Nichtsein" abhängig macht.Zetsche ist keiner,der wie seine US-Kollegen den heimischen Staat mal schnell um 50 Millarden Dollar oder Euro anfleht,um Alterativen zu unverkäuflichen Spritschluckern entwickeln zu können.Soweit lässt er es gar nicht erst kommen.

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