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Seit Frühjahr 2007 erhalten Autobesitzer, die ihren Diesel-Pkw mit einem Partikelfilter nachrüsten lassen, eine Kfz-Steuerbefreiung von 330 Euro.
Werkststattgeschäft
Endspurt bei Partikelfilter-Förderung
Von Bernd Dohrmann
Seit Frühjahr 2007 erhalten Autobesitzer, die ihren Diesel-Pkw mit Erstzulassung bis Ende 2006 mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) nachrüsten lassen, eine Kfz-Steuerbefreiung von 330 Euro, zudem werden die mit DPF nachgerüsteten Fahrzeuge vom "Strafzuschlag" in Höhe von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter bei der Diesel-Kfz-Steuer ausgenommen. Nachdem das Nachrüstgeschäft seit Ende 2007 in Folge einiger mangelhafter Filtersysteme dramatisch abgenommen hat, wurde im August 2009 die Möglichkeit geschaffen, die Nachrüst-Prämie von 330 Euro auch als Barzuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) anstelle der Steuerbefreiung zu erhalten. Der mit 660 Millionen Euro gefüllte Fördertopf wurde aber bisher kaum in Anspruch genommen, wie ein BAFA-Sprecher heute betonte: "Von den insgesamt möglichen 200.000 Anträgen auf Barzuschuss wurden erst 26.000 gestellt." Das Bundesfinanzministerium (BMF) wies von Beginn der Förderung bis Mitte 2009 insgesamt nur knapp über 400.000 Kfz-Steuerbefreiungen aufgrund Partikelfilter-Nachrüstung aus. Da die DPF-Nachrüst-Förderung Ende 2009 ausläuft – ob es eine Verlängerung gibt, ist derzeit mehr als fraglich – bieten die noch verbleibenden sieben Wochen Chancen, mit Nachrüstungen die Werkstatt-Kapazitäten in den Autohäusern auszulasten. Partner finden die Kfz-Werkstätten in Form der Hersteller, denn bei vielen deutschen Marken und Importfabrikaten wurden in den vergangenen Tagen Aktionen gestartet, um das Nachrüst-Geschäft mit deutlich gesenkten DPF-Preisempfehlungen anzukurbeln. Vielfach sanken die UPE für die Filter zum mehr als 50 Prozent auf Beträge um 330 Euro oder sogar darunter. Ford bietet seit Ende Oktober für mehr als 30 Modelle die Filter für 133,33 Euro (zzgl. MwSt. und Einbau) an. Auch bei Volkswagen wurden die Preise für neun Filtersysteme von bis zu 760 Euro auf 250 Euro und weniger gesenkt. Seit 2006 hat VW mehr als 150.000 DPF nachgerüstet. Auch bei Mazda, wo die die Filter für exakt 330 Euro (zzgl. Einbau) angeboten werden, stehen als Motiv der Aktion die Förderung der Werkstatt-Auslastung bei den Händlern und die Räumung der eigenen Lagerbestände zu forcieren. Freie Werkstätten wie bei ATU haben ebenfalls schon "330 Euro-DPF-Nachrüstungen"“ im Programm. Mehr DPF-Nachfrage durch steigende Zahl von Umweltzonen Während viele Fahrzeug-Hersteller ihre Lager von den vermeintlich ab 2010 kaum noch verkäuflichen DPF-System befreit, ist man bei den DPF-Herstellern optimistisch. Michael Raschke, Pressesprecher des Marktführers Twintec in Königswinter setzt auf die jetzt schon zu spürende verstärkte Nachfrage bis zum Jahres- und damit Prämien-Ende, sieht aber auch noch Chancen für gute Geschäfte auch ohne Prämie ab 2010: "Man darf nicht vergessen, dass mittlerweile fast 40 deutsche Städte Umweltzonen eingerichtet haben, in denen die Einfahrbedingungen sukzessive verschärft werden. So dürfen in Berlin und Hannover schon ab dem 1. Januar nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Feinstaubplakette einfahren. Zudem spart man sich die Strafsteuer für nicht nachgerüstete Fahrzeuge, die noch bis zum 31. März 2011 erhoben wird." Schlagkräftiges Argument bei den aktuellen Nachrüst-Aktionen ist auch die deutliche Wertsteigerung des Fahrzeugs. Nach Markt-Analysen sind Gebrauchtwagen ohne grüne Plakette in Großstädten kaum noch zu vermarkten.
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(Foto: ddp / Henning Kaiser)
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