EU-Kommission will Autos sicherer machen

17.09.2007 07:21 Uhr
Gehört ESP in Deutschland schon bald zur Pflichtausstattung?

ESP, Bremsassistent und Notruf-Geräte könnten in absehbarer Zeit zur Pflichtausstattung gehören

Die EU-Kommission plant neue Vorschriften für Autohersteller. Ziel sei es, Autos sicherer und sauberer zu machen, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Die Kommissare schlagen vor, einen elektronischen Schleuderschutz für alle Neuwagen von 2011 an verbindlich vorzuschreiben. Auch für den serienmäßigen Einbau von Notruf-Geräten könnte es einen verbindlichen Termin geben. Zudem erwägt die Kommission, die Hersteller zum Einbau von Bremsassistenten und Abstandswarnern zu verpflichten. Die Kommission will nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr Verhandlungen mit der europäischen und asiatischen Automobilindustrie aufnehmen. Bis Mitte 2008 sollen zudem Leitlinien ausgearbeitet werden, die Anreize (z.B. Steuererleichterungen) für intelligente Fahrzeugsysteme geben. Auf mögliche Kosten für Autokäufer ging die Behörde nicht näher ein. Sie betonte, dass die vorgeschlagenen Techniken tausende Menschenleben retten könnten. Wenn alle Autos das elektronische Stabilitätssystem ESP hätten, gäbe es den Angaben zufolge 100.000 Unfälle mit 4.000 Verkehrstoten pro Jahr weniger. Sensoren, die Autofahrer eine halbe Sekunde eher vor einem Zusammenstoß warnen, könnten die Zahl der Auffahrunfälle um 60 Prozent senken. Die EU will die Zahl von fast 50.000 Verkehrstoten im Jahr 2001 bis zum Ende des Jahrzehnts halbieren. Moderne Technik könne dazu beitragen, erklärte Verkehrskommissar Jacques Barrot. Seine Kollegin Viviane Reding, die für Telekommunikation zuständig ist, warb für so genannte eCall-Geräte. Diese könnten bei Unfällen automatisch Hilfe herbeirufen – zwischen fünf und 15 Prozent aller Verkehrsopfer ließen sich so retten. Auch mancher Stau wäre mit eCall, das die Position der Autos meldet, vermeidbar, meint die Kommission. Staus verursachen den Angaben zufolge Folgekosten von 50 Mrd. Euro jährlich. Sie fräßen schon heute 0,5 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung auf. Dieser Wert könne bis 2010 auf ein Prozent anwachsen. (dpa/rp)

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