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Die EU will den Anteil an Biosprit senken und dafür erneuerbare Energien, Hybridantriebe und neue Biotreibstoffe fördern.
Mehr Elektroautos
EU vor Kompromiss im Biosprit-Streit
Im Streit um die Biosprit-Ziele steuert die Europäische Union auf einen Kompromiss zu und will im Kampf gegen den Klimawandel künftig stärker auf Elektroautos setzen. Mit 50:2 Stimmen forderte der Industrieausschuss des Europa-Parlaments am Donnerstag in Brüssel, das von den Staats- und Regierungschef der EU vereinbarte Biosprit-Ziel aufzuweichen. Deren Plan, den Pflanzenanteil an Benzin und Diesel bis zum Jahr 2020 auf zehn Prozent zu steigern, war nach dem jüngsten Preisanstieg für Lebensmittel in die Kritik geraten. Der neue Vorschlag sieht vor, in den 27 Mitgliedsstaaten bis 2020 nur noch einen Anteil von höchstens sechs Prozent herkömmlichem Biosprit - zum Beispiel aus Raps oder Palmöl - anzustreben. Weitere vier Prozent des im Verkehr verbrauchten Erdöls sollen unter anderem mit erneuerbarer Energie (Elektroautos), Hybridantrieben und neuen Biotreibstoff-Formen (Biomasse, Algen) erreicht werden. Zuvor hatten sich bereits die EU-Umweltminister für eine Überprüfung der Biosprit-Ziele starkgemacht. Der federführende Abgeordnete Claude Turmes (Grüne) sagte, dass die Nahrungskrise zu einer kritischeren Bewertung von Biosprit geführt habe. Da sich der erneuerbare Energiesektor rasch wandelt, soll es bis 2014 eine Überprüfung der Ziele geben. Laut Turmes könnten mit der Einbeziehung von Elektro- und Hybridantrieben in den Plan Investitionen in diese Technologien frühzeitig geplant werden. 20 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen Außerdem stimmte der Ausschuss dafür, dass in zwölf Jahren 20 Prozent der verbrauchten Energie in der EU aus erneuerbaren Quellen stammen soll. In der Nordsee entstünden Offshore-Anlagen, die in einigen Jahren soviel Strom wie 15 Atomkraftwerke erzeugen könnten, sagte Turmes. Lob kam von Greenpeace und der Europäischen Windenergie-Vereinigung. Dem Plan müssen noch das Plenum des Europaparlaments sowie die 27 Mitgliedstaaten zustimmen. "Ich habe die französische Ratspräsidentschaft so verstanden, dass sie in den meisten Punkten mit uns übereinstimmt", sagte Turmes. (dpa)
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