Prognose: Europas Automarkt schrumpft im dritten Jahr in Folge

29.01.2010 04:34 Uhr
Laut CSM-Prognose werden in diesem Jahr 16,7 Millionen Fahrzeuge in Europa verkauft. Das wären 7,9 Prozent weniger als 2009.
© Foto: GW-trends

Laut einer aktuellen Studie werden 2010 nur noch 16,7 Millionen Fahrzeuge verkauft. Trüb sind die Aussichten vor allem in Westeuropa nach dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden die Autoverkäufe 2010 in Europa im dritten Jahr in Folge zurückgehen. Wie CSM Worldwide auf Basis einer aktuellen Prognose mitteilte, werden in diesem Jahr nur noch 16,7 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das wäre ein Minus von 7,9 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009. Verantwortlich dafür sei das Auslaufen der Abwrackprämien, mit denen einige Regierungen Westeuropas die Autokonjunktur im vergangenen Jahr künstlich beatmeten. Wegen dieses Vorzieheffekts geht CSM in Westeuropa von einem Rückgang von 10,6 Prozent auf 13,3 Millionen Autos aus. In Osteuropa, wo es bei den Neuzulassungen 2009 noch einen kräftigen Abschlag um 42,2 Prozent gab, sei allerdings ein leichter Anstieg um 4,6 Prozent auf 3,4 Millionen Einheiten zu erwarten. Dies sei aber nach wie vor weit unter dem Rekordniveau der vergangenen Jahre, hieß es. Das Ende der staatlichen Fördermaßnahmen zwinge zahlreiche Hersteller dazu, ihre Produktion neu auszubalancieren, erklärte Mark Fulthorpe, CSM-Direktor Fahrzeugvorhersagen Europa. "Insgesamt gesehen wird die Fahrzeugproduktion elastischer als die Nachfrage sein." Nach den Produktionspausen in den Jahren 2008 und 2009 sollten die Autobauer ihre Lagerbestände wieder auffüllen. "Doch ist Vorsicht geboten, denn die Verbraucher spüren weiterhin die Auswirkungen der Rezession, und wir kehren nur langsam zu einem natürlicheren Nachfrageniveau zurück", so Fulthorpe. "Überkapazitätsproblem wird verschärft" Der Experte schätzt, dass das europäische Produktionsniveau im vergangenen Jahr bei 16,3 Millionen Fahrzeugen lag und damit um rund ein Fünftel unter dem von 2008. Sein Ausblick auf 2010 geht von 16,2 Millionen Fahrzeugen aus. "Das schwache Verkaufs- und Produktionsumfeld wird das langjährige Überkapazitätsproblem der Branche nur noch verschärfen", sagte Fulthorpe. Zuversichtlicher ist er für das Flottengeschäft in Europa sowie für die deutschen Premiummarken auf internationalen Märkten. (rp)

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