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Opel-Betriebsratschef Franz: "EU-Regelung bedeutet keineswegs das Ende der deutschen Autoindustrie."
Experten: EU-Regeln sind keine Gefahr für Autoindustrie
Mit Unverständnis haben große Teile der Fachwelt auf die Aussagen der deutschen Autoindustrie zu dem Vorschlag der EU-Kommission zur Senkung des Schadstoffausstoßes reagiert. Nach Einschätzung der Branchenexperten ist es durchaus machbar, den CO2-Ausstoß der Neuwagen von derzeit durchschnittlich 160 auf 130 Gramm pro Kilometer bis 2012 zu reduzieren. "Die Technik liegt in den Regalen", sagte der Gelsenkirchener Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Bislang seien die zusätzlichen Kosten höher als die möglichen Einsparungen beim Spritverbrauch gewesen. Die EU-Kommission setze jetzt aber die richtigen Preissignale. Selbst Arbeitnehmervertreter bei Herstellern können den Plänen positive Seiten abgewinnen. "Die Regelung bedeutet keineswegs das Ende der deutschen Autoindustrie", erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Opel, Klaus Franz. Die EU-Vorgaben würden die Hersteller zu technologischen Innovationen zwingen. "Über Innovationen sind noch nie Arbeitsplätze kaputt gemacht worden." Auch die Angst vor hohen Bußgeldern, die den Herstellern bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen, sei großteils unbegründet. In der Realität werde wohl kein Geld aus den Autokonzernen nach Brüssel fließen. "Die Strafsteuer dürfte nur im Luxussegment anfallen und wird selten mehr als 500 Euro pro Fahrzeug betragen", sagte der Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Ulrich Höpfner. "Die Hersteller haben viele Möglichkeiten, die Strafe zu umgehen." So sei die Regelung nicht pro Wagen, sondern pro Hersteller gedacht. Außerdem könne jedes Unternehmen innerhalb des Firmenverbundes mit kleinen, verbrauchsarmen Wagen den Ausstoß der großen Autos ausgleichen. "Wenn im November die Bilanz nicht stimmt, dann werden im Schlussverkauf Kleinwagen im Sonderangebot angeboten, um die Jahresquote zu schaffen", so Höpfner. Die Hersteller könnten auch Allianzen schmieden, so dass Porsche und VW gemeinsam in jedem Fall den Grenzwert einhielten. "Hersteller verbauen sich selbst den Weg" Entscheidend werde sein, ob die Käufer den Aufpreis akzeptieren. Die klimafreundliche Umrüstung könnte nach Schätzungen bis zu 3.000 Euro pro Auto kosten. So müssten die Hersteller auf leichtere Materialien setzen und z.B. statt Stahlblechen Aluminium verwenden. Auch andere, rahmengestützte Konstruktionen würden helfen. "Dafür müssten die Hersteller ihren Maschinenpark ändern", sagte Autoexperte Christoph Stürmer vom Wirtschaftsforschungsinstitut Global Insight. "Weil sie das nicht wollen, verbauen sie sich selbst den Weg, mit Innovationen an Stärke zu gewinnen." Der Käufer hat nach Expertenansicht nicht unbedingt das Nachsehen. "Leichtere Autos bedeuten weniger Benzinverbrauch. Der Kunde spart und muss weniger Geld in den Tank schütten. Dieses Geld kann er dann für den Kauf eines neuen Autos ausgeben", glaubt Stürmer. Die EU-Kommission würde aber besser daran tun, Gewichtsreduktion und den Einsatz regenerativer Kraftstoffe zu belohnen und nicht zu bestrafen. (von Marion Trimborn, dpa)
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