23.04.2010
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Unfallreparaturmarkt
 

Das für den Hagelworkshop obligatorische Foto mit allen Teilnehmern durfte auch an diesem sonnigen Tag nicht fehlen.

Fellbacher Hagelworkshop

Der achte Sachverständigen-Workshop des Göppinger Ingenieurbüros Fuchs fand am vergangenen Mittwoch traditionell in der Fellbacher Musikschule statt. Ein interessantes, ausgewogenes Programm sowie die ausgiebige Möglichkeit zum Branchennetworking lockte mehr als 120 Teilnehmer in die Stuttgarter Randgemeinde. Das Themenspektrum reichte von der historischen Entwicklung der Hagelschadenkalkulation bis hin zu den tagesaktuellen Änderungsbestrebungen der Reparaturstandards auf Seiten des Allianz Zentrums für Technik (AZT) im Hinblick auf "Vorziehen zum Lackieren". Am Vortag hatten mehr als 140 Reparateure und Sachverständige in der Fuchs'schen Hagelakademie ein Speed-Training zu ähnlichen Themen absolviert. Dabei wurden die Teilnehmer mit den Kernaussagen zu zehn Themenkomplexen in vier Stunden "druckbetankt".

Nichts ist beständiger als die Veränderung

Für Friedrich Nagel als amtierenden ZKF-Präsidenten sei das Übermitteln eines Grußworts ähnlich dem Überbringen eines Blumenstraußes. In diesem Fall komme er der Bitte von Karl-Heinz Fuchs sehr gerne nach. Die auf die professionelle Hagelinstandsetzung spezialisierten Unternehmen machen nach Nagels Worten durchwegs einen hervorragenden Job, die Gründung des Bundesverbandes Ausbeultechnik und Hagelinstandsetzung (BVAT) begrüßte er ausdrücklich und bot erneut von Seiten des ZKF auch Unterstützung für die zukünftigen Bemühungen um das gemeinsame Instandsetzungsgeschäft an. Nagel lobte erneut auch das Engagement und das öffentliche, entschuldigende Einlenken von Innovation Group-Europachef Matthew Whittall vom vergangenen Samstag (wir berichteten). Damit sei im Dialog der Boden bereitet worden, um gemeinsam für die gesamte Branche neue Wege beschreiten zu können.

Der Chef-SV der Mannheimer SparkassenVersicherung, Helmut Sebb, zeigte in seinem historischen Abriss auf, dass der Auslöser zur Entwicklung der Benutzergemeinschaft Audatex (BGA) und somit zur Entwicklung der heute exisiterenden Hagelschaden-Kalkulation bis ins Jahr 1975 zurückreicht. Nach Aussage von Brancheninsidern sei dies ein Fernsehbeitrag gewesen, in welchem die damalige Kalkulationssoftware als Erfindung eines namhaften deutschen Versicherers dargestellt wurde, obwohl das Produkt bereits bei zahlreichen Versicherern im Einsatz war, welche gemeinsam die Veränderungen beeinflussten. Heute setzt sich die BGA aus Vertretern aller Marktbeteiligten und Verbände zusammen. Die Produktentwicklung wird in drei verschiedenen Ausschüssen auf unterschiedlichen Ebenen vorangetrieben.

"Vorziehen zum Lackieren" polarisiert bei den Beteiligten des Instandsetzungsprozesses

Beim Thema "Vorziehen zum Lackieren" machte Norbert Hermann, Erster Ingenieur der Allianz Versicherungs-AG, deutlich, dass diese Vorgehensweise primär auf die Hagelschäden abzielt, welche in den Karosseriewerkstätten ohnehin im Anschluss an das Dellendrücken zur Lackierung vorgesehen sind. Dies ist nach seinen Worten immer dann erforderlich, wenn ein Fertigdrücken der Dellen nicht möglich oder die Lackierung ohnehin beschädigt ist. Dennoch wurden Detailfragen intensiv diskutiert. Hermann machte in diesem Zusammenhang ebenfalls deutlich, dass das AZT hier jahrzehntelange, gängige Praxis der Werkstätten aufgegriffen und aufgrund einer erneuten Bewertung entsprechende Standardisierungsvorgaben entwickelt hat. Durch die Weiterentwicklung der Karosseriereparaturtechnik insbesondere des Klebe-Zieh-Verfahrens sieht das AZT die Möglichkeit, das Vordrücken zum Lackieren durch das Vorziehen zum Lackieren zu ersetzen. Dies sei außerdem keineswegs als Angriff auf die Experten der sanften Instandsetzung zu verstehen, sondern ergänze sozusagen das Regelwerk der gut gelebten Abrechnungspraxis. Der Audatex-Vertriebschef Thorsten Böhm stellte im Anschluss die neue Version der Kalkulationssoftware "Hagel-Expert" vor. Durch den direkten Vergleich der Reparaturwege könne der Sachverständige innerhalb weniger Augenblicke beide Varianten differenzieren, sich für die wirtschaftlichere entscheiden und so sein Gutachten sachlich und fachlich korrekt erstellen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vorstellung der IHK-Aufgaben

 
 
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