Fiat hat nach Informationen von "Spiegel Online" in den Verhandlungen über einen Einstieg beim Autohersteller Opel den Erhalt aller vier Opel-Montagestandorte in Deutschland garantiert. Das bedeute allerdings nicht, dass auch die aktuellen Kapazitäten der Werke garantiert werden könnten, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen ungenannten "Insider" im italienischen Turin. Fiat plane eine weitere Zusammenlegung der Produktion. Wirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dazu: "Ich bestätige erst etwas, wenn ich das Konzept zu Opel vorliegen habe, das ich dieser Tage erwarte." Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz hat große Zweifel an dieser angeblichen Garantie für die deutschen Standorte. "So lange kein von autorisierter Stelle unterschriebenes Dokument vorliegt, glaube ich so etwas nicht", sagte Franz am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er halte das Versprechen für unseriös. Franz wirft Fiat-Chef Sergio Marchionne vor, wegen der hohen Schulden des Turiner Herstellers "um deutsche Steuergelder zu zocken". Franz hatte sich bereits vergangene Woche vehement gegen einen Einstieg des italienischen Konkurrenten in Rüsselsheim ausgesprochen. Wegen der großen Überschneidungen bei Modellen und Kunden warnte er vor massiven Stellenstreichungen. Fiat allerdings soll zugesichert haben, dass alle Schulden der Turiner Gruppe aus einer Fusion herausgehalten werden, schreibt "Spiegel Online" unter Bezug auf den Informanten, der unmittelbar mit der geplanten Übernahme vertraut sei. Auch beim Namen des möglichen neuen Konzerns zeige sich Fiat kompromissbereit: Er könne FiatOpel heißen oder OpelFiat. Bundesregierung fordert Standortgarantien Im Ringen um die Opel-Rettung hatte die Bundesregierung von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze gefordert. "Jeder Investor muss Opel Deutschland stärken. Wer in Deutschland Werke schließen und Arbeitsplätze abbauen will, ist kein geeigneter Opel-Partner", sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der "Bild am Sonntag". Bei Opel befürchtet unter anderem der Betriebsrat, Fiat könnte nach einer Mehrheitsübernahme massive Einschnitte in Deutschland in Gang setzen. IG Metall-Chef Berthold Huber sprach sich am Sonntagabend im ZDF gegen einen Einstieg von Fiat aus, weil die Opel-Standorte in Bochum mit 4.500 Beschäftigten und in Eisenach mit rund 2.000 Beschäftigten dann wahrscheinlich nicht überleben würden. "Das können wir nicht akzeptieren." Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) äußerte schwere Bedenken gegen eine Übernahme durch den italienischen Konzern. "Fiat hat ähnliche Probleme wie Opel, wird ebenfalls Kapazität reduzieren müssen, um zu überleben", sagte er dem "Hamburger Abendblatt" am Samstag. "Vor einer Übernahme müsste Fiat die Bedenken zerstreuen, dass allein Opel dafür zahlt." Als weitere Sorge wird vor allem vom Betriebsrat genannt, der hoch verschuldete Fiat-Konzern könnte mit der Opel-Übernahme an deutsche Staatsbürgschaften herankommen wollen. Tiefensee sagte dazu: "Einem solchen Missbrauch muss ein Riegel vorgeschoben werden." Auf die Frage, ob das Land Thüringen zur Not das gefährdete Opel-Werk in Eisenach kaufen sollte, antwortete der auch für den Aufbau Ost zuständige Tiefensee: "Eine staatliche Beteiligung für einen eng begrenzten Zeitraum kann als letzte Lösung notwendig sein."
Medien: Fiat garantiert Opel-Standorte
Einem Magazinbericht zufolge will der italienische Autobauer in den Verhandlungen über einen Einstieg beim Rüsselsheimer Hersteller den Erhalt aller vier Montagestandorte in Deutschland garantieren.
Striker