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Veränderte Märkte: Fiat will die Händlerverträge in Europa nachjustieren.
Neue Verträge
Fiat passt Netzstrukturen in Europa an
Fiat reagiert im Vertrieb auf die veränderten Marktbedingungen in Europa und will die Händlerverträge bis Ende 2012 neu gestalten. Betroffen sind die Marken Fiat Pkw, Fiat Nutzfahrzeuge sowie Alfa Romeo. Die bisherigen Kontrakte sollen – in enger Abstimmung mit den Händlerorganisationen in Europa – an das Niveau der im Sommer 2011 ausverhandelten New Lancia-Verträge angeglichen werden. Angesichts der zum Teil dramatischen Wirtschaftsentwicklung in Südeuropa solle dies weitgehend geräuschlos und ohne große Aufregung erfolgen, erfuhr AUTOHAUS Online aus internationalen Händlerkreisen.
Der Turiner Konzern hatte die Pläne am Mittwoch bei der Generalversammlung des europäischen Händlerverbands in Paris vorgestellt. "Das Wort Vertragskündigung wurde dabei tunlichst vermieden", sagte ein Fiat-Partner gegenüber diesem Dienst. Klar sei aber auch, dass die Zahl der Händler in den von der Schuldenkrise stark gebeutelten Märkten wie Italien, Spanien und Portugal den rückläufigen Absatzzahlen angepasst werden müsse. Deshalb solle es dort auch zu Strukturkündigungen kommen.
In den übrigen Fiat-Märkten Europas werde ein "Austausch der Verträge" angestrebt, hieß es. Hier müssten etwa Standards und Erfüllungsfristen neu definiert werden. Bei der Ausgestaltung setze der Hersteller auf die Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden, um langwierige Vertragsstreitigkeiten von vornherein zu unterbinden.
Die Fiat-Gruppe hat etwa 5.000 Vertriebsstützpunkte in Europa. Die Delegation des deutschen Händlerverbands verpasste die Versammlung in der französischen Hauptstadt wegen einer ausgefallenen Zugverbindung.
"Fiat hat unsere Bedenken in Paris Ernst genommen. Das war nicht immer so", betonte der Händlervertreter. Die anwesenden hochrangigen Konzernmanager hätten überzeugend dargelegt, warum Konzernchef Sergio Marchionne beim US-Autobauer Chrysler einsteigen musste, um das Überleben des Traditionsherstellers zu sichern. Zuversichtlich stimmt die Vertriebspartner insbesondere die für die nächsten Jahre angekündigte Modelloffensive bei allen Marken.
Gewinnbringer Chrysler
Marchionne treibt den Zusammenschluss von Fiat und Chrysler seit zwei Jahren voran. Mittlerweile halten die Italiener 53,5 Prozent an Chrysler. Der umtriebige Manager hat sich zum Ziel gemacht, einen neuen, weltumspannenden Autokonzern zu schmieden. Bislang geben ihm die Erfolge recht: Chrysler steuerte im dritten Quartal etwa zwei Drittel zum so genannten Handelsergebnis von Fiat bei, das sich dadurch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 256 auf 851 Millionen Euro verbesserte. (rp)
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(Foto: Thomas Lohnes/ddp )
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