Mittwoch, 23.05.2012
24.04.2009
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Opel

Fiat-Pläne stoßen auf breiten Widerstand

Eine mögliche Übernahme von Opel durch Fiat stößt auf wachsenden Widerstand. Die IG Metall lehnte den Einstieg der Italiener am Freitag strikt ab. Auch bei Deutschlands Opel-Händlern stieß die Nachricht auf viel Misstrauen. "Wir stellen uns für Opel einen starken Partner vor. Fiat ist das nicht", sagte der Sprecher des Verbands Deutscher Opel-Händler (VDOH), Thomas Bieling (Mehr dazu lesen Sie HIER). Auch EU-Industriekommissar Günter Verheugen äußerte im Bayerischen Rundfunk Skepsis über einen Einstieg von Fiat bei Opel. "Mein erstes Gefühl ist doch das einer Überraschung." Fiat sei ein direkter Konkurrent von Opel und "nicht gerade der europäische Autobauer, dem es am besten geht". Mit Blick auf die Verhandlungen über eine Allianz von Fiat mit dem US-Hersteller Chrysler sagte er: "Ich frage mich, woher soll dieses hoch verschuldete Unternehmen die Mittel hernehmen, um gleichzeitig zwei solche Operationen zu stemmen?" Der Turiner Autohersteller reagierte sichtlich verärgert: "Ich bin verwundert über den Ton und den Inhalt dieser Erklärungen", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Erneut habe Verheugen Meinungen geäußert, "die für die Autoindustrie nicht konstruktiv sind." Er sei immer davon ausgegangen, dass ein verantwortlicher EU-Kommissar unabhängig von seiner Nationalität über den Dingen stehe, sagte Marchionne. Zu erwarten gewesen wäre aus seiner Sicht ein konstruktiver Dialog mit Europas Herstellern und keine "Todesurteile, einseitig auswählend, wer überleben müsse." Italiens Außenminister Franco Frattini kritisierte die Äußerungen von Verheugen als "inakzeptable Einmischung". Diese seien vor allem auch unannehmbar, "weil eines der Unternehmen, um die es geht, dieselbe Nationalität hat wie der Vize-Präsident der EU-Kommission", heißt es in einer am Freitag in Rom veröffentlichten Erklärung des Ministers. Die Chefin des italienischen Arbeitgeberverbandes Confindustria, Emma Marcegaglia, sagte, wenn Verheugens Äußerungen richtig wiedergegeben worden seien, "dann wäre das eine schwerwiegende Haltung, die in einem gewissen Sinn Europa zerstört". "Zwei kranke Mütter im Spiel Opel-Betriebsrat und Gewerkschaft fürchten indes, dass die angestrebte Eigenständigkeit Opels mit Fiat nicht realisierbar ist. Der Einstieg der Italiener würde nicht "zu mehr Autonomie" führen, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild. "Das ist, was wir für dringend erforderlich halten, die unternehmerische Führung muss nach Rüsselsheim." Mit Fiat und einer Minderheitsbeteiligung der derzeitigen US-Mutter General Motors (GM) "wären zwei kranke Mütter im Spiel": "Das hält das stärkste Unternehmen nicht aus".

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gegenwind aus Bundesländern mit Opel-Werken

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

27. April 2009 12:47
Mr.T meint:
Ich sehe das genau so wie Striker.
Vor allem die Punkte "Technoligien abziehen" und das beide in den selben Revieren wildern.
Das Problem zeigt sich aktuell bei der Ford Ka-Produktion. Wir erinnern uns: Ka wird in einem JointVenture im selben Werk wie der 500ér gebaut.
Die dortige Produktion des 500 wurde zu Lasten des Ka angehoben. Da beide Fahrzeuge in der Kleinstwagen-Kategorie anzusiedeln sind isses für Fiat die Gelegenheit einen Konkurenten mit Produktionskapazitäten auszuboten. MAn sollte ja auch nicht vergessen, dass so eine Hilfe von Fiat nicht umsonst kommt!

Greetz, Mr.T


26. April 2009 12:45
Striker meint:
Ich kann die großteils herrschende Skepsis gegenüber einem FIAT-Einstieg verstehen.
Bei den Produkten gibt es erhebliche Überschneidungen, aus dieser Richtung kann der Antrieb der Italiener ja nicht kommen.
In Sachen Markenportfolio braucht FIAT die Marke OPEL schon gar nicht. Ganz im Gegenteil: FIAT muss sein Markenportfolio updaten , Lancia wird eher früher als später nicht mehr zu halten sein.
Das Handelsnetz kann es auch nicht sein, denn dafür hatte FIAT noch nie viel übrig. Und das derzeitige OPEL-Netz ist, ohne auf Einzelschickale abzustellen, auch nicht in einem berauschenden Zustand.
Bei den Themen Zukunftstechnologien und Qualitätsstandards sieht das schon anders aus. Hier steht OPEL inzwischen sicher besser da, als FIAT.
In Sachen Finanzen steht es für beide nicht gut. Die mögliche staatliche Mitgift wird wohl kaum der Grund dafür sein, sich zu engagieren. Zumindest dann, wenn man wie ein normal denkender Kaufmann herangeht, der dafür sorgen würde, dass diese Mitgift eben nicht zur Konzernsanierung von FIAT eingesetzt werden kann (bei deutschen Politikern bin ich mir da aber nicht so sicher...).
Am wenigsten sinnvoll erscheint das Ganze beim Blick auf die Produktionskapazitäten. Ich denke, beide besitzen erhebliche Überkapazitäten. FIAT wird die Technologien abziehen und dann Werke schließen.
Und letzten Endes sind beide Marken in mehr oder weniger den selben Märkten aktiv, sicher in unterschiedlicher Ausprägung. Aber in den USA gibt es beide gar nicht. Auch wenn es da derzeit Schwierigkeiten gibt, es ist nach wie vor ein riesiger Markt, der zukünftig gerade für Kleinwagenmarken erhebliches Wachstum ermöglichen wird. Und die Marktanteile in China sind auch alles andere als erhellend.

Wo also soll der Sinn eines Zusammengehens liegen? Wirtschaftlich läßt sich das Ganze nicht argumentieren. Daher glaube ich, dass es hier eher um Politik geht. Denn, der FIAT/CHRYSLER-Deal macht ja viel, viel mehr Sinn. Hier hat sich Marchionne aber mit erheblichen Forderungen an die US-Politik und die Gewerkschaften wenig Freunde gemacht. Die meckern jetzt und treten nach. CHRYSLER hat aber keinen anderen Interessenten und so kann FIAT in Ruhe abwarten, was passiert. Geht CHRYSLER pleite, kann sich FIAT ganz ruhig aus der Konkursmasse bedienen. Soll CHRYSLER erhalten bleiben, müssen die Amis FIAT massiv entgegenkommen.
Gleichzeitig baut Marchionne jetzt die OPEL Front auf, einerseits um CHRYSLER unter zusätzlichen Druck zu setzen. Andererseits kann er durch diese Taktik auch OPEL kurz halten, sprich Zeit gewinnen. Andere Interessenten könnten abspringen, er könnte nach und nach seine Forderungen steigern. Am Ende kommt dann vielleicht der CRYSLER-Deal und er kann beruhigt bei OPEL nein sagen. Damit wäre sein eigentlicher Wunsch Realität und OPEL hätte wohl kaum noch Chancen, einen neuen Investor zu finden. OPEL wäre als Konkurrent ausgeschaltet, möglicherweise wäre für FIAT noch etwas Interessantes aus der Insolvenz herauszuholen.

Sorry für den langen Text, aber quick und dirty á la BLÖD-Zeitung geht hier nicht.


25. April 2009 09:31
norbert hinz meint:
Opel kann doch froh und glücklich sein, wenn sich überhaupt jemand dafür interessiert. Ich verstehe diese Arroganz der Opel-Leute nicht: zuerst bauen sie jahrelang am untersten Qualitätslevel, dann wundern sie sich, daß sie ein Image haben, das auf Fiat-Niveau liegt und jetzt wollen sie nicht von Fiat gerettet werden....? Hallo Bochum und Rüsselsheim : the beggar has no choice !

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