Nach einer starken Aufholjagd in diesem Jahr will der italienische Autokonzern Fiat bis 2008 drittgrößter Importeur in Deutschland werden. "Die Top drei sind unser Ziel", sagte der Vorstandsvorsitzende der Fiat Automobil AG, Werner Frey, am Freitag auf dem Automobilsalon in Paris. Fiat belegt mit seinen drei Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia derzeit den vierten Platz und hat einen Marktanteil von drei Prozent. Von Januar bis September setzte Fiat rund 84.000 Autos und leichte Nutzfahrzeuge ab – 2005 waren es insgesamt nur 87.500 gewesen. Seit Jahresbeginn kletterte der Absatz vor allem dank des Kleinwagens Grande Punto und der Limousine Alfa 159 um gut 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bis 2008 sollen die Verkäufe von voraussichtlich 120.000 in diesem Jahr auf 150.000 Einheiten wachsen. Nur für die kleine Schwester Lancia lief es mit einem Absatzminus von knapp zehn Prozent in den ersten acht Monaten weniger gut. Getrieben werde das Wachstum von der Modelloffensive. In den nächsten Monaten kommen der Stilo-Nachfolger Bravo und Ende 2007 der Kleinwagen Cinquecento auf den Markt. In Paris zeigt Fiat einen Panda mit Erdgasantrieb gleich neben dem Sportwagen Alfa Romeo 8C mit 400 PS, der 500-mal gebaut werden soll und rund 150.000 Euro kostet. "Das Wachstum muss aber profitabel sein", betonte Frey. "Wir geben keine Rabatte um jeden Preis wie manche Mitbewerber." Stattdessen werde Fiat Lücken im Händlernetz schließen und seinen Kundenservice verbessern. Für Wohnmobilfahrer wird zum Beispiel eine Hotline ausgebaut. Fiat suche derzeit 200 Verkäufer für alle Marken. Schwarze Zahlen, aber keine GmbH Die deutsche Fiat Automobil AG werde 2006 zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder aus der Verlustzone kommen und eine "schwarze Null" schreiben. Das sei möglich, weil das unprofitable Mietwagengeschäft reduziert wurde und die Kunden mehr Wagen mit höherwertiger Ausstattung kauften. Der Umsatz soll nach früheren Angaben auf 1,85 Mrd. Euro von 1,35 Mrd. im Vorjahr steigen. Der angedachte Wandel von einer AG in eine GmbH sei vom Tisch. "Die Kostenvorteile haben sich nach einer Prüfung nicht ergeben", sagte Frey, der seit dem vergangenen Jahr an der Fiat-Spitze in Deutschland steht. Dagegen hatten Ford und Opel ihre Rechtsform aus Kostengrünen bereits vor einigen Monaten in eine GmbH geändert. (dpa)
Fiat rechnet weiter mit Rückenwind
Italiener wollen bis 2008 drittgrößter Importeur in Deutschland werden