Donnerstag, 24.05.2012
16.03.2010
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Vertriebsintegration

Fiat und Chrysler rücken enger zusammen

Fiat und Chrysler bauen ihre Zusammenarbeit im Europa-Vertrieb aus. Laut einer Mitteilung vom Montagabend wird der italienischen Autobauer ab April die Geschäftsaktivitäten für Verkauf und Service von Fahrzeugen der US-Marken Chrysler, Jeep und Dodge in einigen europäischen Ländern übernehmen. Dabei handelt es sich nach Angaben eines Chrysler-Sprechers um Infrastruktur- und Back-Office-Bereiche wie Personalwesen, Fahrzeugfakturierung, Bestellsysteme oder Ersatzteile. Die Tätigkeiten und Mitarbeiter der nationalen Chrysler-Vertriebsorganisationen in Europa würden nun stufenweise in die jeweiligen Fiat-Vertriebsorganisationen übertragen. Um welche Länder es dabei geht, ließ der Sprecher offen. Auch nach der Trennung von Ex-Partner Daimler waren die Systeme von Chrysler weiter über die Daimler-Infrastruktur gelaufen. Die Dienstleistungsverträge mit dem Stuttgarter Autobauer sollen nun sukzessive beendet werden. Die Anbindung der Chrysler-Systeme an Fiat könne noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Bei Finanzdienstleistungen ist der Wechsel bereits vollzogen: Seit dem 1. Oktober 2009 ist die FGA-Bank die neue Händlerbank bei der amerikanischen Marke (wir berichteten). Netzstrukturen "gescannt" Mit den Händlernetzen habe die Maßnahme nichts zu tun, sagte der Chrysler-Sprecher weiter. Eine generelle Netzanpassung sei vorerst nicht geplant. Was der Einstieg von Fiat bei Chrysler für die deutschen Händler bedeutet, ist derzeit noch völlig offen. Fiat Deutschland erwartet keine näheren Informationen vor April: "Am 21. April präsentiert Marchionne in Turin den Fünf-Jahres-Plan. Dann werden wir mehr darüber erfahren, wie die künftige Modellentwicklung zusammenfließt", sagte ein Unternehmenssprecher unlängst. Er bestätigte jedoch, dass sondiert werde, wo Möglichkeiten für die Zusammenarbeit bestehen. Nach Angaben der Händlerverbände sind die Netzstrukturen der beiden Marken in Deutschland bereits "gescannt" worden. Die Fiat-Partner sind laut ihrem Sprecher Friedrich-Karl Bonten nicht gerade scharf darauf, zukünftig auch noch Chrysler-Modelle zu verkaufen. Die Betriebe wüssten so schon kaum, wie sie über die Runden kommen sollen, und bräuchten gewiss keine zusätzlichen Standards, sagte Bonten gegenüber AUTOHAUS (4/2010). (se)

 
 
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