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Gedankenspiele: In der Branche gilt der Zulieferer Magna als Favorit für eine Opel-Beteiligung.
Experte
Fiat und Opel passen nicht zusammen
Eine Übernahme durch den Fiat-Konzern birgt für Opel nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer erhebliche Gefahren. "Das finanzielle Risiko für Opel würde steigen", sagte er am Montag. Der angeschlagene Hersteller verlöre durch ein Zusammengehen mit den Italienern die Möglichkeit, auf dem Wachstumsmarkt Russland präsent zu sein und wichtige Technologien zu entwickeln. Zusätzlich sei Fiat auf die gleichen Marktsegmente fokussiert: "Beide Hersteller schnappen sich im europäischen Wettbewerb gegenseitig die Kunden weg", sagte Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. Die Ergebnisse der Gespräche von Fiat-Chef Sergio Marchionne mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) über eine Opel-Übernahme hätten Dudenhöffer in seiner Meinung bestätigt: "Opel passt nicht in einen Verbund mit Fiat und Chrysler. Man würde Opel aushöhlen." Die drei Endmontagewerke in Rüsselsheim, Eisenach und Bochum sollen nach Aussage Guttenbergs erhalten bleiben, das Fahrzeugteilewerk in Kaiserslautern könnte allerdings von "Konsolidierungsmaßnahmen" betroffen sein. "Es ist sehr überraschend, dass in Kaiserslautern anscheinend ein Standort wegrationalisiert werden soll. Das hat sich vor einigen Tagen noch anders angehört", sagte Dudenhöffer. Es sei auch keine Aussage über die Zukunft des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim getroffen worden. Dudenhöffer geht davon aus, dass die deutsche Politik den italienischen Konzern als Investor bevorzuge: "Es sieht so aus, als hätte Guttenberg Vorlieben für Fiat." Ein Anzeichen dafür sei, dass das Wirtschaftsministerium bei den Verhandlungen über die Zukunft Opels von Roland Berger beraten werde, der gleichzeitig im Aufsichtsrat von Fiat sitze. Die Pläne von Marchionne, durch Übernahmen von Chrysler und Opel den zweitgrößten Autokonzern der Welt aufzubauen, kritisierte Dudenhöffer. "Ich halte dieses Spiel für sehr gefährlich. Marchionne handelt ähnlich wie ein Hedge-Fonds: Er will mit geringem Hebel eine große Wirkung erzielen. Die Chance, dass das schiefgeht, halte ich für sehr hoch", sagte der Autoexperte. Fiat versuche, eine Markenvielfalt unter einem Dach aufzubauen, die zum Scheitern verurteilt wäre.
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(Foto: Martin Öser/ddp)
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