Betriebsrat: Fiat will Mehrheit an Opel

23.04.2009 18:00 Uhr
Wer bekommt den Zuschlag bei Opel: Fiat gilt als heißester Kandidat.
© Foto: Clemens Bilan/ddp

Der Rüsselsheimer Autobauer steht nach Angaben von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz vor einer Übernahme durch den italienischen Traditionskonzern. Laut Wirtschaftsminister Guttenberg ist noch keine Vorentscheidung gefallen.

Opel steht vor einer Übernahme durch Fiat. Das sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel Online". Eine entsprechende Absichtserklärung soll nach Informationen des Magazins bereits am kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Franz konnte diesen Termin zwar nicht bestätigen: "Ich gehe aber davon aus, dass er stimmt." Die europäischen Arbeitnehmervertreter lehnen den Einstieg der Italiener ab. Sie fürchten einen massiven Stellenabbau bei Opel in Deutschland. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestritt am Donnerstag, dass es bereits eine Vorentscheidung für Fiat als Opel-Mehrheitseigentümer gibt. "Die Bundesregierung führt Gespräche mit verschiedenen Interessenten ohne jede Vorfestlegung. Dabei geht es vor allem um eine gesunde Perspektive für die Arbeitnehmer und das Unternehmen", sagte Guttenberg in Berlin. Das "Wall Street Journal" berichtete unterdessen in seiner Online-Ausgabe, Fiat-Chef Sergio Marchionne habe vergangene Woche in Berlin Gespräche mit Guttenberg geführt. Eine mögliche Partnerschaft mit Opel machten die Italiener aber abhängig vom Ausgang der Gespräche über einen Einstieg beim US-Hersteller Chrysler, schrieb das Blatt unter Berufung auf Insider. Denn Fiat wolle mit dem Doppel-Geschäft einer der weltgrößten Autobauer werden. Fiat machte am Donnerstag keine Angaben zu seinem angeblichen Interesse. Vor wenigen Tagen hatte Fiat-Aufsichtsratschef Luca Cordero di Montezemolo die Spekulationen um ein Interesse an Opel noch zurückgewiesen: "Nein, nein, gibt es nicht." (wir berichteten) Auch bei Opel in Rüsselsheim gab es am Donnerstag keinen Kommentar: "Wir führen Gespräche mit möglichen Investoren, aber zu einzelnen Investoren sagen wir nichts." Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel dementierte auf N24, dass der Einstieg von Fiat bei Opel bereits so gut wie beschlossen sei. Ein Zusammengehen sei nicht ohne Risiken, da beide Unternehmen eine ähnliche Modellpalette hätten. Zulieferer-Lösung favorisiert Zu den Interessenten an Opel soll auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna gehören. Ein Einstieg von Magna würde wegen der hohen Entwicklungskompetenz des Zulieferers nach "Spiegel"-Informationen von Opel-Management und -Arbeitnehmervertretern eher begrüßt als die Übernahme durch Fiat. Offenbar seien das Management der Opel-Mutter General Motors (GM) in Detroit und das Bundeswirtschaftsministerium aber an einer schnelleren Lösung mit Fiat interessiert. Franz sagte: "GM will Opel schnell abstoßen. Die Frage der Reorganisation soll dann Fiat übernehmen." Im Gespräch als mögliche Investor sind Medienberichten zufolge auch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Cerberus und der russische Autobauer GAZ.

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KOMMENTARE

BERND

23.04.2009 - 12:16 Uhr

DA KOMMEN WIR JA VOM REGEN IN DIE TRAUFE!! DAS KANN ES ABER DANN AUCH NICHT SEIN!!


Hank Gossiper

23.04.2009 - 13:19 Uhr

Letzte Woche wollte Fiat noch bei Chrysler einsteigen, heute will Fiat Opel übernehmen. Was kommt nächste Woche ? VW übernimmt Porsche ? Lada übernimmt BMW ? Dick übernimmt Doof ? Die CDU übernimmt die SPD ? Aber spass beiseite, es ist tragisch, dass sich für ein traditionsunternehmen wie Opel kein bessere Investor findet wie die ebenfalls stark angeschlagene Fiatgruppe.


TTS

23.04.2009 - 13:35 Uhr

Wenn das so kommt... Gute Nacht Opel. Das dürfte es dann gewesen sein ... Schade. Kann ich mir aber nicht vorstellen und dann noch die Schulden von Fiat... Das geht doch nicht!!!


Scheintso

23.04.2009 - 15:13 Uhr

Endlich ein Käufer - na klar, aber nur zum gleichen Geschäftsmodell?Das wird nicht funktionieren. Ich verstehe die Arbeitnehmervertreter, ich verstehe den/die Investor(en). Nur: allen kann man es nicht recht machen. Auch der Bundes sollte dies berücksichtigen, d.h. Klärung im Vorfeld inkl. "Lebenserwartung" Fiat. Damit hat eine mögliche Bürgschaft eine längere Halbwertzeit als bis zur Wahl im September. Ohne einen Kompromiß wird es nicht gehen.


PRF

23.04.2009 - 15:41 Uhr

Verstehe die von Opel überhaupt nicht mehr, waren die nicht froh über die tollen Dieselmotoren(Fiat), wo jetzt in Ihren Corsa,Astra und Agila laufen?. Aber vieleicht wollen Sie auch mit GM untergehen!!!


fred2

23.04.2009 - 15:55 Uhr

DAS IST GENIELE SCHACHZUG !!!! FIAT: DER SPEZIALIST FUER KLEIN UND KOMPAKTWAGEN MIT INNOVATIVEN MOTOREN OPEL: STARK IN DER MITTELKLASSE CHRYSLER: 4 X 4 SPEZIALIST GEOGRAPHISCH STARK IN EUROPA NORD- UND LATEINAMERIKA


Marketingmanager

23.04.2009 - 16:45 Uhr

"Der Trotz ist die einzige Stärke des Schwachen - und eine Schwäche mehr." Arthur Schnitzler


franz

23.04.2009 - 18:04 Uhr

ist doch absolut okay!!! passen gut zusammen die beiden marken... ergänzen sich doch wunderbar! endlich ein firmenverbund für die normalverdienenden Bürger - das ist der weg zum VOLKSwagen!


Bernd

23.04.2009 - 18:19 Uhr

Diesen Trick kennen wir doch von den Firmen Schaeffler und co. Man hat selbst kein Geld und kauft sich ein marodes Unternehmen dazu. Die Zeche wird schon jemand bezahlen - wenn möglich der Staat. Die Situation ändert sich doch dadurch nicht. Für Investitionen ist kein Geld da, dann werden die Leute entlassen und um dies zu verhindern steuert die Regierung wieder Milliarden dazu. Da finde ich einen Einstieg des Staates analog der Landesbeteiligung an VW noch besser. Dann hat man zumindest einen gewissen Einfluss auf das Geschäftsgebaren der Manager. Was wäre denn wenn sich die deutschen Autobauer zusammentun und Opel übernehmen. So blieben die Investitionen und ggf. Bürgschaften bzw. Zuschüsse im Lande. Dazu noch Beteiligungen der Länder an denen Opel produziert werden, das wäre mit Sicherheit ein tragfähigeres Konzept als die Fiat - oder Cerberus - Lösung.


Eberhard Huxholl

24.04.2009 - 07:59 Uhr

GM,Fiat,Opel,Chrysler-und wie nennt man diese Ansammlung automobilen Giftmülls? BAD BRAND ?


J. O.

24.04.2009 - 09:14 Uhr

Die Konstellation mit Fiat muß sehr skeptisch betrachtet werden, getreu nach dem altem Sprichwort: "Zwei Kranke ergeben keinen Gesunden..."


ALU

24.04.2009 - 09:41 Uhr

Da Fiat selber über 14.000.000.000 Euro Schulden hat, die nachkomma Schulden sind ja nur noch 300.000.000 Millionen... Bei soviel Nullen sind wohl einige Nullen im Management bei Fiat durcheinander gekommen. Oder sie hatten guten Kontakt zu Bankern...die haben ja sehr viel Erfahrung zum Thema...


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