Jahresabschluss: Ford schielt Richtung Gewinnzone

24.01.2008 15:03 Uhr
Konzernchef Alan Mulally will mit Ford wieder nach oben.
© Foto: Ford

Der US-Autobauer hat im vergangenen Jahr seinen Verlust drastisch von 12,6 auf 2,7 Milliarden Dollar verringert. Vor allem das Europa-Geschäft lief rund. Für das laufende Jahr kündigte Konzernchef Mulally - wie erwartet - einen weiteren Stellenabbau an.

Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford gewinnt auf seinem Weg aus der Verlustzone an Fahrt. Im Schlussquartal 2007 halbierte Ford das Minus vor allem durch Kostensenkungen auf 2,8 Milliarden Dollar. Weitere enorme Einsparungen solle ein Abfindungsprogramm für nochmals Tausende von Beschäftigten bringen. Ford sei wie geplant auf Kurs für schwarze Zahlen ab dem Jahr 2009, kündigte Konzernchef Alan Mulally an. Im gesamten vergangenen Jahr reduzierte Ford den Verlust drastisch von 12,6 auf 2,7 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Donnerstag in Dearborn (Michigan) mit. Vor Steuern und ohne Einmalkosten etwa für den Stellenabbau erzielte Ford einen operativen Gewinn von 126 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um 7,7 Prozent auf 172,5 Milliarden Dollar zu. Im Schlussquartal stieg er um 9,4 Prozent auf 44,1 Milliarden Dollar. Ford erreichte mit seinen Ergebnissen in etwa die Erwartungen der Analysten. Die Aktie fiel zum Handelsauftakt in einem positiven Gesamtmarkt um knapp zwei Prozent auf rund 6,20 Dollar. Außer auf dem Heimatmarkt Nordamerika habe Ford in allen Regionen im Kerngeschäft mit Autos Gewinne erzielt. In Europa konnte Ford den Vorsteuergewinn im Gesamtjahr mehr als verdoppeln auf 997 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 36,5 Milliarden Dollar. Ford kämpft wie die anderen beiden US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler in Nordamerika mit roten Zahlen und sinkenden Verkäufen. Experten erwarten für den US-Automarkt auch angesichts der Finanzkrise in diesem Jahr ein Zehnjahrestief von weniger als 16 Millionen verkauften Wagen in diesem Jahr. Ford rutschte auf seinem Heimatmarkt 2007 erstmals seit mehr als 75 Jahren von Rang zwei auf drei ab – hinter Marktführer GM und den japanischen Rivalen Toyota. Jobabbau in zwei Schritten Die Abfindungsangebote sollen sich in zwei Wellen an alle derzeit gut 55.000 Schichtarbeiter in den US-Werken richten, sagte Mulally. Berichten zufolge will sich der Konzern so von nochmals bis zu 11.000 Arbeitern sowie zusätzlich 2.000 Angestellten trennen. Auf seinem Sanierungskurs hatte der Konzern in Nordamerika allein in den vergangenen beiden Jahre bereits fast 50.000 Stellen abgebaut. Die Verringerung erfolgte fast allein über Abfindungsvereinbarungen. Weltweit beschäftigte Ford zuletzt rund 250.000 Menschen – davon knapp 90.000 in Nordamerika. Auch der Verkauf der beiden Traditionsmarken Jaguar und Land Rover geht laut Ford in die heiße Phase. Die Verhandlungen mit dem derzeit bevorzugten Bieter, dem indischen Autobauer Tata Motors, sollen noch im ersten Quartal abgeschlossen werden, hieß es. (dpa)

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