Donnerstag, 24.05.2012
11.11.2009
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"Rabattgeschrei"

Freie Kfz-Importeure attackieren Dudenhöffer

Der Bundesverband freier Kfz-Importeure e.V. (BfI) hat auf seiner Hauptversammlung das "Rabattgeschrei" in der Branche als "betriebswirtschaftlichen Irrsinn" kritisiert. Rüffel bekam vor allem der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) in Duisburg. Die Verbandsmitglieder forderten Dudenhöffer in einem offenen Brief auf, die "Vermarktung seines Instituts mit der Veröffentlichung von Rabattlisten" einzustellen. Zudem solle er die Hersteller wissenschaftlich fundiert zum Rückzug aus Preislisten motivieren. Diese seien nicht mehr durchsetzbar und lagerten als Makulatur in den Autohäusern, hieß es. Der Verbandstag, der am 6. und 7. November in München stattfand, stand unter dem Motto: "Autohandel nach der Abwrackprämie – Perspektiven an einer Zeitenwende im Parallelmarkt". Die Mitglieder blickten dank Abwrackprämie auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück. Auch im Parallelmarkt habe die staatliche Förderung wie "ein warmer Regen im Frühling" gewirkt, hieß es. Auf dem Programm stand auch die Wahl der Verbandsspitze. Die Jahreshauptversammlung bestätigte den Ersten Vorsitzenden Thomas Herzig im Amt. Neu gewählt wurde Wolfgang Steurer. August Schürenstedt kam als neuer Schriftführer des Verbandes an Bord. (se)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

13. November 2009 06:47
Thomas Herzig / BfI meint:
Liebe Kollegen,

es ging uns nicht um plumpe Kritik an einer Information, die schon seit Jahren sehr unterschiedlich, meist negativ, in der Branche aufgenommen wird. Wir wünschen uns und fordern eine nachhaltige Forschungstätigkeit, die uns hilft, auf Herausforderungen der Marktentwicklung zu reagieren. Diese Hilfe können wir von Rabattlisten nicht erwarten. Und Verbraucher profitieren davon auch nicht.

Hier der Originaltext des Offenen Briefes:

Bundesverband freier Kfz.-Importeure e.V. 􀁹 Postfach 1343 􀁹 24903 Flensburg
Herrn
Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer
Universität Duisburg – Essen
Bismarckstr. 90
47057 Duisburg

Rabatte von 48 (!!!)% - da gibt’s doch bei jedem nur noch Fragezeichen!

Die Nachrichten werden immer unglaubwürdiger: Auto mit 48 Prozent Nachlass, kein Cent für Werkstattaufenthalte, Versicherung geschenkt. Garantie inclusive bis ans 5. Jahr heran.
(Zitat)"... Das Forschungszentrum … (des Herrn Prof. Dudenhöffer) … erfasste im Oktober 306 Rabattaktionen, das waren 29 mehr als im September.
Dabei wurden nur veröffentlichte Aktionen der Hersteller wie
Sondermodelle, Sonderzinsen oder besondere Eintauschprämien für
Altfahrzeuge gezählt, nicht aber die von Händlern zusätzlich gewährten
Rabatte. So wurde für den Toyota Auris durch die Kombination eines
Spezialleasings und einer Wechselprämie ein Preisvorteil von 48,4
Prozent ermittelt. (dpa)

Das hat nichts mit Kostenvorteilen, Tageszulassungen oder Großabnahmen zu tun: Es ist betriebswirtschaftlicher Irrsinn. Interessenten verlieren jeden Blick fürs Angemessene und
glauben, Preisvorteile von 29 bis 35 % sind in jedem Fall drin, wenn sie sich einen „Neuen holen“.

Diese Branche leidet unter Kurzsichtigkeit wie keine andere. Was für jeden ordentlichen Kaufmann vor einem Vierteljahrhundert noch Blödsinn war, nämlich Autofahren für weniger als DM 150,- p.m., und das möglicherweise auch noch ohne Anzahlung, ist mit den Leasingraten von heute der Tod für viele Händler übermorgen geworden.

Als die Automobilwoche 2007 ihren ersten Kongress unter das Motto „Nachhaltigkeit“ stellte, brachte sie das Defizit unseres Handelns auf das Podium der Tagung. Leider geriet davon wenig ins Licht der Öffentlichkeit, und noch weniger davon bestimmte danach das Tun in der Branche.

Muss man erst in der Realität hart aufschlagen, damit nachgedacht wird?
Wir sollten uns deshalb immer wieder ins Bewusstsein rufen: Nicht alle, schon gar nicht die wirklich wichtigen Nachrichten kommen über die Boulevardblätter, Publikumszeitschriften oder Verbraucherschützer bei unseren Kunden an. So fehlt z.B. folgendes:
Daimler musste gerade in den letzten Tagen die Begrenzung der Zuschüsse auf 7 Prozent zur Stützung der Restwerte im Leasing-Geschäft aufheben, damit nicht reihenweise unverkäufliche Ware auf den Höfen eingeparkt wird. Das kostet – in dem Falle den
Hersteller Mercedes-Benz – Millionen.

Die Automobilwoche hat eines ihrer letzten Hefte auf Seite 1 mit der Überschrift aufgemacht „Leasing-Risiko erdrückt den Handel“. Warum wohl? Weil sich die allermeisten Leasing-Geschäfte – wie oben, beim Auris in der dpa-Meldung – mit den tollen Rabatten nicht rechnen lassen. Trotzdem fragten Interessenten danach. Und Dummköpfe in den Marketing-Etagen machten damals Vorschläge, an denen ebenso dumme Händler heute verzweifeln, vielleicht sogar den Maulschlüssel abgeben.
Keiner konnte und keiner kann die Nachlässe vertragen, die von unseren Kunden nach diesen Meldungen als selbstverständlich angesehen werden.

Wir alle, auch Sie und Ihre Kollegen vom CAR – Center Automotive Research wissen, dass diese Informationsbreite ohne gleichzeitige –tiefe verzichtbar ist. Wenn in den allgemein wahrgenommenen Medien Nachlässe von mehr als 50 Prozent beschriebenen werden, entsteht bei unseren Kunden eine Erwartungshaltung, die kein noch so geschickter
Buchhalter oder Top-Verkäufer vorrechnen kann.

Beenden Sie die Vermarktung Ihres Instituts mit der Veröffentlichung von Rabattlisten. Nutzen Sie das Forschungspotential des CAR für Vertriebsimpulse, die nicht auf Nachlass setzen oder die blinde Schnäppchenjagd bedienen. Bestehen Sie gegenüber allen Medien im Interesse Ihrer wissenschaftlichen Reputation auf einer Darstellung Ihrer Projekte, mit der klar wird, dass mit diesen Rabatten für die Verbraucher vor alle negative Auswirkungen für Hersteller und Händler verbunden sind. Fordern Sie die Hersteller und Vertriebsorganisationen zu einem wissenschaftlich begründeten Rückzug aus Preislisten auf, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden.

Im April 2007 hatte der ZDK von einem „Rabatt-Märchen“ gesprochen als damals vom CAR noch aus Gelsenkirchen verlautete, das Rabatt-Niveau sei mit 17 Prozent für Neuwagen im Durchschnitt „historisch hoch“. Bei dem Tempo, das Sie in zwei Jahren beobachtet haben wollen, nämlich einen Anstieg der Rabatte von 17 auf nun 48 (?) Prozent, sind wir also schon im Sommer 2011 alle tot, natürlich nur wirtschaftlich.
Aber eben auch Ihr Institut, weil es dann keines car research mehr bedarf, wenn Autoindustrie und -handel verschwunden sind.

Bitte arbeiten Sie nachhaltig für Automobilindustrie, Handel, Fahrzeugbörsen, Werkstätten und all jene, die Steuern zahlen und letztlich Forschung und Lehre an Universitäten erst möglich machen.
Wir setzen auf Intelligenz und den Willen, auch 2012 noch Forschung um unser aller Broterwerb, das Automobil, zu betreiben.

Herzlichst
Die Mitglieder des Bundesverbands freier Kfz-Importeure
auf ihrer Jahrestagung, München, 7. November 2009


12. November 2009 19:27
Wolfgang Steurer meint:
In einer anderen Veröffentlichung hat Herr Dudenhöfer einen Rabatt von 51% für einen kleinen Citroen zum besten gegeben. Der Rabatt kam unter Hinzuziehung der 2.500 € Abwrackprämie zustande. Bei einem derartigen Fahrzeug sind 2.500 € schnell 20-25%. Dies ist aber kein Rabatt auf das Auto wie wir alle wissen. Aber kann dies ein Professor unterscheiden? Ich denke schon, es aber trotzdem so zu publizieren ist einfach unseriös.


12. November 2009 14:57
Klaus Wrobel meint:
zu Frau Beatha Uisge:
Wo und vor allem als was verdienen Sie denn Ihre "Brötchen"? Das würde mich schon interessieren, damit ich Ihren Kommentar besser deuten kann! Ich hab da so eine Ahnung ... nur ich bräuchte da eine Bestätigung Ihrerseits!
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wrobel

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