Freitag, 25.05.2012
02.04.2008
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E10-Debatte

Gabriel will Biosprit-Beimischung nicht um jeden Preis

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat zugesagt, die umstrittene Zwangsbeimischung von zehn Prozent Biosprit im Benzin zu stoppen, wenn mehr als eine Million Autos das Gemisch nicht vertragen. "Wir setzen die Verordnung nicht in Kraft, solange wir keinen klaren Zahlen haben. Und wir werden sie nicht in Kraft setzen, wenn die Zahl eine Million Fahrzeuge übersteigt", sagte Gabriel den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwoch). "Die Umweltpolitik wird nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn Millionen Autofahrer an die Super-Plus-Tankstelle müssen. Das werde ich nicht tun. Das ist eine klare Ansage." Die Bundesregierung will den Bioethanolanteil im Benzin 2009 von fünf auf zehn Prozent erhöhen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gibt in diesen Tagen bekannt, wie viele Fahrzeuge diese Mischung nicht vertragen. Der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, betonte erneut, dass höchstens 375.000 Fahrzeugen deutscher Hersteller Probleme mit einer höheren Biosprit-Beimischung im Benzin hätten. Die Zahl werde voraussichtlich sogar darunter liegen, sagte er am Mittwoch in Ludwigsburg. Der ADAC hat hingegen kürzlich gewarnt, dass über drei Millionen Fahrzeuge betroffen sein könnten. Die grüne Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn warf der Bundesregierung unterdessen "Pfusch" bei der geplanten Beimischungsquote für Biosprit vor. Gabriel habe blauäugig allein den Zahlen des Autoverbands VDA geglaubt und dadurch die negativen Folgen für die Autofahrer herunter gespielt, sagte Höhn der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" (Mittwoch). Das Umweltministerium stehe nun "vor einem Scherbenhaufen". Die Mineralölwirtschaft hat in der Debatte um die höhere Zwangsbeimischung von Biosprit ihre konstruktive Mitwirkung betont. Die Mineralölindustrie habe auf Wunsch des Bundesumweltministeriums und der deutschen Automobilindustrie eine besondere Benzinsorte für alle Autos angeboten, die keine höhere Biosprit-Beimischung vertragen, sagte Klaus Picard, der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), am Mittwoch in Hamburg. Die sogenannte Schutzsorte entspreche aus technischen Gründen weitgehend Super plus. "Beimischungsquote ist ein Irrweg" Die Umweltorganisation Greenpeace hat von der Bundesregierung einen Stopp der Beimischung von Biodiesel zu herkömmlichem Diesel gefordert. Eine Studie habe ergeben, dass der gesetzlich festgelegte Anteil der Umwelt mehr schade als nutze, teilte Greenpeace am Mittwoch in Berlin mit. Biodiesel werde nicht nur aus heimischem Raps, sondern zu fast 20 Prozent aus Sojaöl gewonnen. Für die Produktion würden in Südamerika und Indonesien Urwälder gerodet und die Lebensmittelproduktion verdrängt. "Die Beimischungsquote ist ein Irrweg", sagte Greenpeace-Agrarexperte Alexander Hissting. Dagegen wies der Verband der Biokraftstoffindustrie (VDB) die Aussagen zurück. Eine von Greenpeace selbst durchgeführte Untersuchung in Brasilien käme zu dem Schluss, dass für die Sojaproduktion seit Jahren kein Regenwald mehr zerstört wurde. "Es ist unverständlich, weshalb Greenpeace in Deutschland nun eine Meldung herausgibt, wonach für den Anbau von Soja angeblich Regenwald abgeholzt wird“, sagt Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie. Offenbar wisse dort "die eine Hand nicht, was die andere tut“. (dpa/ng)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. April 2008 09:40
S. O. meint:
Herr Gabriel scheint ja doch noch Vernunft anzunehmen. Schlimm genug, daß viele Fahrer älterer Autos auf Super Plus umsteigen müssten. Das Superbenzin würde duch die zusätzliche Ethanol-Beimischung auch zusätzlich teurer und je mehr Ethanol im Benzin ist, desto höher steigt der Verbrauch. Der gesamte sogenannte Biosprit ist eine Mogelpackung, weil teuer für den Verbraucher und negativ für die Umwelt! Biosprit sollte lediglich aus biologischen Abfällen hergestellt werden. Wenn er extra angebaut wird, verteuert das die Lebensmittel und in den armen Ländern müssen die Menschen noch mehr hungern. Zusätzlich wird immer mehr Regenwald abgeholzt und die Düngemittel verseuchen das Grundwasser zunehmend. Die Welt muss sich darüber klar werden, daß der Treibstoffbedarf weder durch Ethanol noch durch Rapsöl oder sonstiges gedeckt werden kann! Die Forschung in andere Richtungen muss intensiviert werden. Abgesehen davon reichen die Ölreserven der Erde noch wesentlich länger als man uns weismachen will. Noch ein Hinweis an Herrn Gabriel und die gesamte Politik: Wenn die Verbraucher weiterhin so verunsichert werden und die Spritpreise und Energiepreise weiter in diesem Maße steigen, dann wird unsere Wirtschaft in Deutschland früher oder später komplett zusammenbrechen. Das kann sich ein Normalverdiener einfach nicht mehr leisten! Aber was weiß ein deutscher Politiker schon darüber, bei den abgehobenen Diäten und Absicherungen auf Lebenszeit...


03. April 2008 08:57
kwmobil meint:
Abgesehen von den zu erwartenden Motorproblemen, halte ich GAR NICHTS von dieser Bemischung, das ist der falsche Weg!

Grund eins => die damit verbundene Verteuerung der Grundnahrungsmittel!

Grund zwei => Es kann doch menschlich nicht wirklich sein das wir Lebensmittel in unseren Motoren verbrennen, wenn Menschen TÄGLICH an Unterernährung sterben?!

Grund drei => Wenn es doch dazu kommen wird, werden auch wieder Regenwälder abgeholzt, auch wenn die "BIO"-Industrie dies im Augenblick bestreitet!

Grund vier => Der zuerwartende KRAFTSTOFFMEHRVERBRAUCH, wer hat darüber mal nachgedacht, um wieviel wird sich dieser Erhöhen????
Grund fünf => zusätzliche Umweltbelastung für die Herstellung des "BIO"-Kraftstoff, WIEVIEL "BIO" ist wirklich in "BIO"?

Aber das ist unser Problem, wenn GELD regiert und nichts bis zum Schluß durchdacht ist! Es geht doch in Wirklichkeit nicht um die Umwelt, sondern um mehr Gewinne für die "BIO"- & Mineralölkonzerne! Oder? Warum sinkt dann nicht der Kraftstoffpreis, wenn er ja mit "BIO" aufgefüllt wird???? NEIN, das geht doch nicht, denn "BIO" + Steuern ist ... ich sag es lieber nicht!

REICHT ES DIESEN KONZERNEN NICHT MEHR AUS DAS DIE AUTOFAHRER AN DER ZAPFSÄULE BEREITS, AUF GRUND DER HÖHEREN EU-EICHTOLERANZEN, BETROGEN WERDEN? NEIN ES GEHT NOCH MEHR!

Und wer ist dafür verantwortlich? Natürlich KEINER!

Es macht einfach keinen Spaß mehr ... Die Endverbraucher werden doch in unserem geeinten Europa richtig schön .... und viele fallen auf darauf rein und merken es garnicht!

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