Donnerstag, 24.05.2012
14.02.2008
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Biosprit-Folgen

Gabriel will "echte Hersteller-Zahlen"

Für Millionen Autofahrer bleibt zunächst ungewiss, ob ihre zumeist älteren Benziner eine größere Biosprit-Beimischung vertragen oder ob sie dann teureres Super-Plus-Benzin tanken müssen. Bis Ende März wollen Autohersteller und -Importeure berichten, für welche Fahrzeugtypen die 2009 geplante Verdoppelung der Bioethanol-Beimischung zum Normalsprit unverträglich für die Motoren sein wird. Das teilten das Bundesumweltministerium und der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag gemäß einer Vereinbarung vom Vortag mit dem Importeursverband VDIK mit. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte, dass bei einer zu hohen Zahl der Betroffenen notfalls über die Biospritstrategie "neu nachgedacht" werden müsse. Das Ministerium werde die nötige Bundesimmissionschutz-Verordnung solange nicht in Kraft setzen, wie es bezüglich der Zahl der betroffenen Pkw Unsicherheiten gebe, sagte der Minister. "Die Verbandszahlen reichen nicht mehr. Wir wollen echte Hersteller-Zahlen." Bisher ist eine Entscheidung im Kabinett im Mai vorgesehen. Der Automobilclub ADAC sprach von 1,5 Millionen betroffenen Kraftfahrern, die mit massiven Kostensteigerungen rechnen müssten. "Der ADAC fordert deshalb, weiterhin Super- und Normalbenzin mit maximal fünf Prozent Ethanol (E5) flächendeckend und zu einem angemessenen Preis anzubieten." Der Umstieg auf die neue Zehn-Prozent-Beimischung (E10) bedeute sechs Cent mehr an der Tanksäule, wer auf Super-Plus-Benzin umsteige zahle nach heutigem Stand bis zu 15 Cent mehr. Der VDA machte dagegen deutlich, dass er unverändert von 375.000 betroffenen Fahrzeugen mit Benzin-Direkteinspritzung der ersten Generation ausgeht. Das entspreche gut einem Prozent aller in Deutschland zugelassenen Benziner, die auf Super Plus umsteigen müssen. "Dies war Grundlage des Verordnungsentwurfs der Bundesregierung zur Novelle der 10. Bundesimmissionsschutz-Veordnung", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Danach soll der Biospritanteil von fünf auf 10 Prozent erhöht und damit die Spritsorte E10 geschaffen werden.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hersteller garantieren "verbraucherfreundliche Regelung"

 
 
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