Zu Beginn der Jahrespressekonferenz des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) machte Präsident Robert Rademacher den Anwesenden Mut. Der Jahresstart 2008 verlaufe sehr positiv. Der Auftragseingang, Frühindikator für die weitere Absatzentwicklung, sei gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gestiegen. Trotz zahlreicher Störfaktoren, wie Feinstaub-Debatte, "unsägliche Klimadiskussion" oder Umweltzonen, "wundere man sich fast über den eigenen Optimismus auch in diesem Jahr wieder für über 3,1 Millionen Neufahrzeuge und über 6,3 Millionen Gebrauchtwagen neue Besitzer" zu finden. Im Rückblick auf das Autojahr 2007 fand er jedoch deutlich kritischere Worte. 2007 sank der Gesamtumsatz der Branche um 1,1 Prozent auf 129,7 Milliarden Euro. "Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können", kommentierte Rademacher. Gestiegene Preise für Neu- und Gebrauchtwagen sowie Servicestunden hätten den Verlust abgefedert. Ein Neuwagen kostete 2007 im Schnitt 25.970 Euro (plus 6,1 Prozent). Der Neuwagenhandel generierte dabei einen Umsatz von rund 54 Milliarden Euro (minus 6,53 Prozent). Der Rückgang der Neuzulassungen auf 3,15 Millionen Fahrzeuge (minus 9,2 Prozent) traf die Autohäuser in 2007 laut Rademacher schwer. Ein anderer Faktor aber habe noch heftiger ins Kontor geschlagen: "Die steigende Zahl der Direktgeschäfte der Hersteller ist der Stachel im Fleisch des Autohandels." So seien rund eine Million Neuwagen im vergangenen Jahr am Handel vorbei vermarktet worden. Der Marktanteil im fabrikatsgebundenen Handel mit neuen Pkw lag bei 66 Prozent (minus zwei Prozent). Entsprechend wurden im Auto-Handel 2007 2.077.788 Pkw und Kombi (minus 11,9 Prozent) verkauft.
ZDK-Jahrespressekonferenz: "Gekaufter Automarkt 2007 ist Beispiel kollektiven Wahnsinns"
Trotz der Neuwagenflaute im vergangenen Jahr ist der Gesamtumsatz der Kfz-Branche mit 129,7 Milliarden Euro kaum gesunken. ZDK-Präsident Robert Rademacher fand trotzdem deutliche Worte für Hersteller und Händler. Er geißelte insbesondere die Direktgeschäfte der Autobauer.