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Laut einer Umfrage finden viele Deutsche, dass die Autobranche zu wenig sparsame, klimafreundliche Wagen anbietet, die bezahlbar sind.
Ökoverbände
Generalabrechnung mit "grüner" IAA
Umwelt- und Verbraucherschützer haben der Autoindustrie am zweiten Pressetag der 63. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Etikettenschwindel in Sachen Klimaschutz vorgeworfen. Insbesondere der Wirbel um das Elektroauto sei völlig überzogen, kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt. "Elektroautos sind ein Forschungsthema, aber wir werden noch viele Jahre brauchen, bis die Batterien bezahlbar sind und große Reichweite haben", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Bislang hätten die deutschen Hersteller nur "Placebo-Modelle" im Angebot. Mit einem Aufpreis von 10.000 bis 26.000 Euro gegenüber gängigen Modellen seien die Stromer zu teuer. Die Branche sei gut beraten, mehr preiswerte und energiesparende Modelle anzubieten, weil die Verbraucher diese Autos kaufen wollten, erklärte Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Gemäß einer gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) durchgeführten Umfrage seien 70 Prozent der Deutschen der Meinung, die Automobilbranche biete zu wenig klimafreundliche sparsame Autos an. "Fast 15 Prozent der Haushaltsausgaben gehen in die Mobilität. Da ist es kein Wunder, dass die Verbraucher genau auf den Spritverbrauch eines Autos achten", sagte Billen. Auch die Klimabelastung falle bei der Kaufentscheidung immer häufiger ins Gewicht. Darauf hätten die deutschen Hersteller bisher nicht ausreichend reagiert. "Die Autoindustrie hat lange Zeit versagt", betonte Billen. Zwar würden auf der Messe tatsächlich zahlreiche Autos mit geringem Verbrauch gezeigt. "Aber wann die für den Markt realisiert werden, ist nicht bekannt", kritisierte er. Diese Fahrzeuge mit weniger als drei Litern Verbrauch dienten derzeit nur der Imagepflege. Die Verbände zogen ein vernichtendes Fazit der IAA. Sie warfen den Organisatoren vom Verband der Automobilindustrie (VDA) Augenwischerei vor. VDA-Präsident Matthias Wissmann habe eine "grüne IAA" und ein "Innovationsfeuerwerk" angekündigt. Es sei an der Zeit, nicht alle zwei Jahre auf der IAA neue Ankündigungen zu machen, sondern endlich zu handeln. "Auf den ersten Blick hat man den Eindruck, hier sei alles öko. Aber neben den beworbenen Autos stehen die PS-Boliden in den Hallen", sagte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Mär von der 'grünen' Automobilausstellung" Auch Resch warf dem VDA gegenüber der vergangenen IAA 2007 Wortbruch und sprach von der "Mär von der 'grünen' Automobilausstellung". "Die Hersteller haben ihre Versprechen nicht eingehalten. Es fehlen grüne Fahrzeuge, die 2008 und 2009 eigentlich in Serie gehen sollten", bemängelte er. Im Verkehrssektor entstehen nach den Angaben jährlich knapp 20 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland. Davon gingen 80 Prozent auf das Konto von privaten Fahrzeugen. Nach der repräsentativen Umfrage der Prognos AG wollen sich 40 Prozent der Befragten ein Auto mit geringerem Verbrauch kaufen, 35 Prozent wollen öfter Radfahren und 30 Prozent das Auto häufiger stehen lassen. Allerdings würden knapp 60 Prozent die derzeit erhältlichen Sparautos als zu teuer empfinden. (dpa/rp)
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