17.01.2013
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Gerichtsstreit
 

Seit April 2012 liefert sich Porsche mit dem früheren Importeur in Indien einen Streit vor Gericht.

Porsche wehrt sich gegen Vorwürfe aus Indien
Von Heiko Lossie, dpa

In den Wirren um angebliche Haftbefehle aus Indien gegen führende Porsche-Manager hat der Autobauer die Vorwürfe als "unbegründet und haltlos" zurückgewiesen. Zudem betonte Porsche am Donnerstag in der ersten ausführlichen Stellungnahme zu dem Fall, dass die von seinem ehemaligen indischen Porsche-Importeur erwirkten Haftbefehle nur mit gerichtlichen Vorladungen vergleichbar seien, "um den benannten Personen die Gelegenheit zu geben, vor Gericht zu den erhobenen Vorwürfen Stellung nehmen zu können". Nach Überzeugung der Stuttgarter VW-Tochter ist der Vorgang ein verzweifelter Versuch des früheren Geschäftspartners, Druck in einem schon länger laufenden Rechtsstreit um das Ende der Zusammenarbeit aufzubauen.

Hintergrund: Zum April 2012 beendete Porsche seine Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugimporteur Precision Cars, der den Schwaben nun unter anderem Vertragsbruch, Betrug und Verschwörung vorwirft. Porsche solle sich zum Beispiel nicht an Fristen gehalten und bei den Indern rund 19 Millionen Euro Schaden angerichtet haben. Ein Sprecher des Importeurs hatte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Indien gesagt: "Im April 2012 hat Porsche über Nacht einen neuen indischen Vertriebspartner bekanntgegeben, ohne uns vorher zu informieren."

Am Donnerstag legte der Importeur nach und reagierte auf Porsches Stellungnahme mit einer eigenen Mitteilung. "Es überrascht zu sehen, dass Porsche einerseits eine hohe Achtung vor der indischen Justiz bekundet, gleichzeitig in der selben Stellungnahme aber alle Vorwürfe unbegründet nennt." Das zuständige Gericht habe nämlich sehr wohl auch den Sachverhalt gewürdigt und auf dieser Basis entschieden.

Der Sportwagenbauer dagegen spricht von einer "ordentlichen Kündigung", die noch 2011 erfolgt sei. Die einstigen Partner liefern sich seither einen Streit. "Die Zivilgerichte in Indien haben bisher ausnahmslos zugunsten von Porsche entschieden, der diesbezügliche Rechtsweg ist mit einer Ausnahme erschöpft", erklärte Porsche.

Die Anordnung aus Indien "stellt jetzt einen Versuch des ehemaligen Importeurs dar, einen neuen – aus Sicht der lokalen Anwälte von Porsche schon unzulässigen – Rechtsweg gegen Porsche zu beschreiten", schreibt der Autobauer. Porsche werde Rechtsmittel einlegen, um die Anordnungen schnell aufheben zu lassen. Man sei sehr zuversichtlich, bald alles aus der Welt geschafft zu haben. Die "Haftbefehle" zielen neben Porsche-Chef Matthias Müller auf fünf weitere Vorstände des Unternehmens und drei Manager mit Indienbezug.

Bußgeld im Wert eines Fußmattensatzes droht

Ein Detail der skurril anmutenden Auseinandersetzung lässt noch aufhorchen: Sollte Porsche die Hände in den Schoß legen und die Sache einfach aussitzen, wäre eine Art Ordnungsgeld von 138 Euro fällig, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage berichtete. In den Sphären von Porsche, dem profitabelsten Autobauer der Welt, gibt es für diese Summe beispielsweise einen Satz Fußmatten in der Farbe "klassikgrau". (dpa)

 
 
 
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