Donnerstag, 24.05.2012
02.02.2012
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Januar-Bilanz

Gewerbekunden stabilisieren Automarkt

Passabler Start in das Autojahr 2012: Ungeachtet der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und der schwächelnden Konjunktur hat der deutsche Neuwagenmarkt das hohe Niveau des Vorjahresmonats annähernd gehalten. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag in Flensburg mitteilte, kamen im Januar 210.195 neue Pkw auf Deutschlands Straßen (minus 0,4 Prozent). 

Ausschlaggebend für das Ergebnis war die höhere Auto-Nachfrage aus Unternehmen. Den Statistikern zufolge waren im Januar fast zwei Drittel (64,6 Prozent) der Neuwagen gewerbliche Zulassungen. Weitere Indikator: Mit 51,3 Prozent wurden mehr Fahrzeuge mit Diesel- als mit Benzinmotor angemeldet. 

"Nach dem guten Automobiljahr 2011 freue ich mich über die Steigerung der gewerblichen Nachfrage im Januar", sagte Volker Lange, Präsident des Verbandes der internationalen Kfz-Hersteller, in Bad Homburg. Er sei sicher, dass diese in den nächsten Monaten hoch bleibe. Dadurch werde der Pkw-Markt weiter stabilisiert. 

Auch das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) zeigte sich mit dem Jahresauftakt zufrieden. Ein Verbandssprecher hob vor allem den Gebrauchtwagenmarkt hervor, wo im Januar 534.457 Pkw-Halterwechsel gezählt wurden – fast elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Der ZDK erwartet in 2012 etwa 3,1 Millionen Neuzulassungen und 6,8 Millionen Besitzumschreibungen. Insgesamt dürfte es sowohl von privater als auch von gewerblicher Seite positive Impulse für alle drei Geschäftsbereiche – Neuwagen, Gebrauchtwagen und Service – geben, sagte der Sprecher. 

Beliebte Minis 

Im Januar waren neue Kleinstwagen (plus 14,3 Prozent) und Mini-Vans (plus 11,3 Prozent) gefragter als vor einem Jahr. Dagegen war die Entwicklung im Kleinwagen- (minus 11,2 Prozent) und Mittelklassesegment (minus 10,8 Prozent) rückläufig. Nahezu jedes vierte neue Auto war ein Kompaktmodell. 

Aus deutscher Sicht kamen die Premium-Hersteller Porsche (plus 15,6 Prozent), Mercedes (plus 13,1 Prozent) und Audi (plus 4,8 Prozent) am besten aus den Startlöchern. BMW büßte dagegen 6,9 Prozent ein. Branchenprimus VW registrierte 2,3 Prozent weniger Neuzulassungen, Opel verlor sogar 9,7 Prozent. Ford erreichte immerhin das Vorjahresergebnis (plus 0,2 Prozent). 

Kia und Hyundai fahren voraus 

Bei den Importeuren ragten die koreanischen Schwestermarken Kia (plus 132,1 Prozent) und Hyundai (plus 51,1 Prozent) heraus. Bei Land Rover ging es mit einem Zuwachs von 81,4 Prozent ebenfalls kräftig bergauf. Die höchste Zulassungssteigerung erzielte Lancia mit plus 358 Prozent – dank der Schützenhilfe von Chrysler. Zu den großen Verlierern gehörten die scheidende Kleinwagenmarke Daihatsu, deren Absatz sich halbierte, und Mazda (minus 40,1 Prozent). Einen zweistelligen Rückgang verbuchten auch Renault/Dacia, Alfa Romeo, Volvo und Mitsubishi. (rp/dpa) 

Weitere Details zum Automarkt im Januar 2012 finden Sie unten in der Downloadbox.

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

03. Februar 2012 17:42
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
Die Entwicklung ist bedenklich; nur noch 35% Privatkunden, die immer öfter zu kleineren Autos greifen, obwohl die Forscher ein momentan überraschend gutes Konsumklima im Inland verzeichnen. Scheinbar kaufen die Menschen alles Andere als Autos. Die scheinen in der Tat nicht mehr "der Deutschen liebstes Kind" zu sein. Für mich besteht kein Zweifel, Politk und die Autolobby sorgen gemeinsam dafür, dass die immer voller werdenden Fahrwege in unserem Land mittelfristig den Geschäftswagen und der Transportwirtschaft vorbehalten bleiben. All die "Knüppel" und "Kostenschrauben", mit denen man den "Kleinen Mann"
malätriert, um ihm das Autofahren zu verleiden, kann man auch sehr anschaulich in dem vor kurzem erschienen Buch: "Deutschland schafft das Auto ab." nachlesen.

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