Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat am Montag weitere Finanzhilfen für die Autobranche von der Zustimmung der EU und vom Verzicht der Industrie auf Produktionsverlagerungen abhängig gemacht. Frankreich sei in Abstimmung mit den EU-Partnern zu weiteren Krediten oder Garantien bereit, erklärte der Élyséepalast nach einem Gespräch Sarkozys mit den Spitzen der Automobilwirtschaft am Montag in Paris. Diese Hilfen seien aber "unvereinbar mit der Schließung von Montagewerken" in Frankreich und mit der Verlagerung der Produktion ins Ausland. Die französischen Autowerke sind derzeit wegen der Krise praktisch alle in verlängerten Werksferien. Weit mehr als eine Million Autos stehen auf Halde. Viele Zulieferer melden Auftragseingang null und der zu PSA gehörende Lieferant Faurecia hat die Streichung von 1215 Stellen angekündigt. Renault-Chef Carlos Ghosn hatte vor dem Treffen mit Sarkozy zusätzliche Maßnahmen gefordert, weil die ganze Branche gefährdet sei. "Diese Krise ist vor allem eine Finanzkrise", sagte Ghosn. "Man kann sich nicht mit Krediten für drei Monate zu zehn Prozent Zinsen finanzieren." Die Hersteller versuchten, sich mit der Senkung der Investitionen und Lagerbestände liquide zu halten. Der Staat solle "eine vernünftige Finanzierung über zwei bis drei Jahre, mit einem Zinssatz zwischen vier und fünf Prozent" sichern. Wenn die Finanzkrise andauere, werde man die Autobauer reihenweise fallen sehen. Zulieferer-Hilfsfonds und Verschrottungsprämie Sarkozy hatte bei der Vorstellung seines Konjunkturpaketes am 4. Dezember einen Hilfsfonds für die Zulieferer von 300 Millionen Euro angekündigt, zu dem PSA, Renault und der Staat jeweils 100 Millionen beisteuern sollen. "Der Fonds wird vor Ende Januar 2009 bereit sein", erklärte der Élyséepalast. Die versprochenen Verschrottungsprämien von 1.000 Euro für Altautos beim Neuwagenkauf würden rückwirkend vom 4. Dezember an gelten. Die zugesagten Kreditlinien für Autodarlehen in Höhe von einer Milliarde Euro seien bereits zu 779 Millionen Euro in Anspruch genommen und würden bis Ende Januar ausgeschöpft.
Renault: Ghosn fordert weitere Staatshilfen
Renault-Chef Carlos Ghosn fordert vor einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy weitere Staatshilfen für die Autobranche. Dieser hat im Gegenzug Bedingungen an weitere Finanzhilfen geknüpft.